Zum Tod von Heinz Ostermann: Erinnerungen an einen herausragenden Trainer und Sportler
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- Geschrieben von Stefan Günter
Noch am 14. August feierte er seinen 85. Geburtstag. In der Nacht vom 26. auf den 27. August – also fast 14 Tage später – verstarb Heinz Ostermann. Für viele seiner Wegbegleiter war er nicht nur eine herausragende Persönlichkeit, sondern auch ein Mentor und Freund. In erster Linie war er ein Ringer, der seinem Sport den Stempel aufdrückte.
Innerhalb des Bayerischen Ringer-Verbandes gibt es zahlreiche Menschen, die Heinz Ostermann kennen. Viele hatten ein freundschaftliches Verhältnis zu ihm. So auch BRV-Ehrenpräsident Manfred Werner. „Heinz war ein hervorragender Trainer, weltweit anerkannt. Er war auch ein akribischer Arbeiter“, erinnert sich der Veitshöchheimer an viele Begegnungen zurück. In seiner damaligen Zeit als Kampfrichter im Deutschen Ringer-Bund referierte Ostermann bei Lehrgängen der Mattenleiter. „In seiner Rhetorik war er unschlagbar.“ Selbst nach seinem Ausscheiden beim DRB hielten Werner und Ostermann Kontakt. „Jedes Mal, wenn wir uns trafen, haben wir gute Gespräche geführt.“
Mit Raymund Edfelder gibt es jemanden, der zu seiner Zeit als aktiver Ringer schon die ganze Härte Ostermanns als Cheftrainer zu spüren bekam. Als Dritter Weltmeister (1987) und Dritter Europameister (1988) bei den Junioren erlebte er eindrucksvoll, wie Ostermann als Trainer tickte. Der jetzt 57-Jährige, der in Anger lebt und die Funktion des Bezirkstrainers in Inn/Chiem ausübt, erinnert sich an einige Momente zurück. „Heinz Ostermann war vor allem ein harter Trainer. Wenn trainiert wurde, dann richtig.“ Bei einem Konditionslehrgang im Schwarzwald hat er die teilnehmenden Ringer, eben auch Raymund Edfelder, geschliffen. „Wir waren einen ganzen Tag mit dem Fahrrad unterwegs und abends ging es noch in den Kraftraum“, erzählt er rückblickend.
Traunstein zieht sich aus der Bayernliga zurück - das sind die Gründe
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- Geschrieben von Stefan Günter
In drei Wochen startet die neue Ringersaison in den bayerischen Ligen. Vor dem ersten Anpfiff ziehen die Athleten des TV Traunstein bereits die Notbremse. Laut einer Pressemitteilung zieht sich das Team aus dem Bezirk Inn/Chiem aufgrund einer Verletzungsserie in die Gruppenoberliga zurück.
Es ist für den Aufsteiger in die Bayernliga eine wahre Hiobsbotschaft. Abteilungsleiter Hartmut Hille benennt die Gründe für den überraschenden Schritt: „Die Saisonplanungen laufen seit Monaten auf Hochtouren. Aber eine unglaubliche Verletzungsserie zwingt uns zu dem Schritt.“ Nicht nur, dass die Leistungsträger Luca Zeiser und Andreas Dik nicht zur Verfügung stehen, muss nun auch Halbschwergewichtler Kevin Daiker die Segel streichen. Selbst den Ausfall der Leistungsträger Georg Rasumny und Ilja Vorobev können die Traunsteiner nicht kompensieren. Summa summarum fehlt dem TV Traunstein die halbe Mannschaft, „das können wir nicht kompensieren“. Für Hille sei der Rückzug deshalb eine „alternativlose Entscheidung“.
Kampfrichterlehrgang in Bischofsgrün - neue Führung gewählt
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- Geschrieben von Stefan Günter
Ereignisreich ist der diesjährige Kampfrichterlehrgang des Bayerischen Ringer-Verbandes in Bischofsgrün verlaufen. Dabei wurden nicht nur einige Mattenleiter für ihren jahrelangen Einsatz für den Ringkampfsport ausgezeichnet, gibt es doch wieder ein vierköpfiges Gremium an der Spitze der Kampfrichter.
Der Aichacher Robert Reitmeir führt als Referent die Geschicke der bayerischen Unparteiischen weiter an. Bei den Neuwahlen erhielt er weiterhin das Vertrauen seiner Kampfrichterkollegen. Zu seinen Stellvertretern wurden Patrick Tomanek (SC 04 Nürnberg), Holger Atzesberger (ESV München-Ost) und Bastian Wohlfahrt (SV Johannis Nürnberg) gewählt. Allerdings muss die Wahl des Kampfrichterreferenten durch den Verbandsausschuss Anfang Oktober in Plattling bestätigt werden.
Unterdessen bedankt sich das Präsidium des BRV bei den bayerischen Kampfrichtern für ihren unermüdlichen Einsatz im zurückliegenden Jahr. Im Hinblick auf den neugewählten Kampfrichterausschuss sagt Präsident Florian Geiger: „Wir gratulieren dem Team unter der bewährten Führung von Robert zur Wahl und wünschen uns weiter eine aktive und lebendige Gemeinschaft unter den bayerischen Kampfrichtern. Wir hoffen, der eingeschlagene Weg wird erfolgreich fortgesetzt und die richtigen Akzente werden auch zukünftig gesetzt, wenn es darum geht neue Kampfrichter zu gewinnen. Denn ohne Kampfrichter geht es nicht!“
Von links: Patrick Tomanek, Bastian Wohlfahrt, Robert Reitmeir und Holger Atzesberger bilden die neue Kampfrichter-Kommission des BRV. © Reitmeir/BRV
Nur eine Medaille für bayerische Topathleten in Dortmund
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- Geschrieben von Stefan Günter
Der Große Preis von Deutschland in Dortmund ist Jahr für Jahr stets mit hochkarätigen Athleten besetzt. Aus bayerischer Sicht gab es bei diesem Turnier für Griechisch-Römisch-Spezialisten diesmal nur einmal Grund zur Freude. Der Westendorfer Christopher Kraemer schaffte den Sprung aufs Stockerl. Unterdessen stand das Verletzungspech einiger bayerischer Topringer eher im Weg.
BRV-Coach Patric Nuding mit Christopher Kraemer. © Nuding/BRV
Kraemer startete im Limit bis 67 Kilo, in der für ihn olympischen Gewichtsklasse. Zum Auftakt stand er Gagik Snjoyan gegenüber. Den Kampf verlor er allerdings mit 1:5-Wertungspunkten. Weil der Franzose das Finale erreichte, war der Weg des Westendorfers über die Hoffnungsrunde wieder frei. Hier ploppte im Duell gegen den Schweizer Andreas Vetsch seine wahre Stärke auf. Mit 8:3 hielt er den Eidgenossen auf Distanz und hätte eigentlich im kleinen Finale auf seinen Burghauser Bundesligakollegen treffen müssen. Da sich Witalis Lazovski bei seinem souveränen Auftaktsieg gegen den Finnen Nestori Mannila verletzte, gewann der 29-jährige Ostallgäuer wettkampflos die Bronzemedaille. Für Kraemer sei es wieder ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. „Es ist grundsätzlich alles gut verlaufen“, sagt er in seiner Bilanz. Der Große Preis von Deutschland, Jahr für Jahr ein Gratmesser für Griechisch-Römisch-Spezialisten, ist ein fester Bestandteil im Turnierkalender des Ringerweltverbandes UWW. Dass Kraemer eine Medaille gewann, ist nach seiner langwierigen Verletzung ein gutes Zeichen. „Unterm Strich war es ein gutes Training für die aktuelle Standortbestimmung. Ich bin den nächsten Schritt gegangen. Wir wissen, woran wir noch arbeiten müssen.“
Trainer*in C Leistungssport Ringen Ausbildung im BRV 2025
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- Geschrieben von Markus Tischner
Abschluss der vom DOSB zertifizierten Ausbildung
Lothar Ruch
Foto: Gruppe der Trainer*innen im Prüfungslehrgang (Modul 4) im Ausbildungsgang Trainer*in C Leistungssport Ringen im BRV (Sportschule Oberhaching) mit dem Lehrgangsleiter Marcel Fornoff sowie den A Trainer, Senyigit Alp und dem Sportwissenschaftler und ehemaligen Bundestrainer Lothar Ruch
Im Mai 2025 berichteten wir an dieser Stelle über die beiden ersten Module in der vom DOSB zertifizierten Ausbildung Trainer*in C Leistungssport Ringen im BRV. Im Abschlussbericht heute berichten wir von den Modulen drei und vier mit der Inhaltsvermittlung, den praktischen Übungen, Diskussionen und Erfüllung von vorgeschriebenen Lernstandkontrollen. Bis zum Ende 2025 wird der Ausbildungsgang, mit der Abnahme der Lehrproben in den Ringervereinen der Teilnehmenden, abgeschlossen. Zuvor haben die Trainer gemäß der RRL des DOSB und der AK Ringen im Modul vier die mündliche, schriftliche und die praktische Überprüfungen erfolgreich bestanden. Dazu gehörte auch die praktische Überprüfung von Ringkampftechniken aus dem Lehrplan des Ringkampf-Abzeichen RikA (Ruch et al 2014), gemäß der Prüfungsordnung und den Kriterien für die Trainerqualifizierung zur Befähigung der Abnahme von Prüfungsteilen des RikA bei den Athleten*innen der beiden ersten Stufen. In der Inhaltssteuerung der Ausbildung 2025 mit den Anforderungen an das allgemeine und sportartspezifische Basis- und Ergänzungswissen des Lehrplanes für diese Ausbildung wurde in einer praktischen Hausaufgabe (Modul HA) die ersten Schritte für die Lehr- und Lernprogramme der Vermittlung von Handlungskomplexen erprobt. Die Trainer*innen demonstrierten in den praktischen Übungen ihre individuellen Fähigkeiten und Kreativität um für die Kinder und Jugendlichen die ersten nachvollziehbaren Schritte zu vollziehen, Angriffstechniken aus den Technikkatalogen der Rahmentrainingskonzeption Ringen (Ruch 2012) mit Grundtechniken und Zwischenhandlungen in den sogenannten „Technikkomplexen“ und „Handlungskomplexen“ zu verknüpfen.