Zwei Wochen nach dem Oberliga-Spitzenkampf gegen Geiselhöring, den der SCA passend zum Ringerfestl mit 15:14 gewann, steht dieses Wochenende bereits der nächste Höhepunkt an, wenn zum Rückrundenauftakt der Tabellenzweite Westendorf zu Gast beim -dritten Anger ist. Mit jeweils 9:3 Saisonpunkten trennt die beiden Mannschaften in der höchsten bayerischen Liga nur das Punkteverhältnis, die sich zudem in der Hinrunde vor sieben Wochen unentschieden 13:13 trennten, wodurch sich für diesen Samstag kein Favorit ausmachen lässt. Der Wechsel der Stilarten zur Rückrunde erschwert eine Prognose des Duells zusätzlich, da die jeweilige Aufstellung des Gegners maximal erahnt werden kann. Die Ausgangslage vor dem Kampf ist dabei eindeutig: Nur der Sieger bleibt Spitzenreiter Geiselhöring dicht auf den Fersen, während sich der Verlierer vorläufig erst einmal mit der Verfolgerrolle und dem dritten Platz zufriedengeben muss. Mit einem Erfolg vor eigenem Publikum will der SCA den Ausrutscher in Nürnberg vergessen machen, während die Allgäuer zwingend einen Sieg benötigen, wenn sie ihre Aufstiegsaspirationen beibehalten wollen. Perfekte Voraussetzungen also für einen hochklassigen und spannenden Oberliga-Spitzenkampf, der um 19:30 Uhr in der Aufhamer Sporthalle beginnt.

Ein wenig überraschendes Ergebnis brachte der Oberliga-Kampf zwischen der zweiten Mannschaft des SV Wacker Burghausen und dem bislang ungeschlagenen Ringern vom TV Geiselhöring: Bei der 8:27-Heimniederlage gelangen den Burghauser Ringern nur zwei Einzelsiege, die gegen die mit internationalen Ringern gespickte Gästemannschaft auf verlorenem Posten standen.

Spärlich fielen am fünften Kampftag der Oberliga auf Burghauser Seite die positiven Erscheinungen im Rahmen des Oberligakampfs aus. Einzig Eduard Tatarinov gelang auf der Matte ein sportlicher Sieg gegen Simon Eisenhut, der seine ganze Routine ausspielte und Eisenhut vorzeitig auspunkten konnte. Mangels Gegner strich Jakob Rottenaicher vier Mannschaftspunkte kampflos ein.

Bis auf Mansur Dakiev, der sich mit dem Bundesligaerfahrenen Ilja Vorobev einen sehenswerten Kampf lieferte, unterlagen alle anderen Wacker-Athleten vorzeitig per technischer Unterlegenheitsniederlage oder auf Schulter.

Albert Kreimer lieferte in der Klasse bis 61kg gegen den georgischen Auswahlringer Ramaz Silagava zwar einen beherzten Kampf und schaffte es sogar bis in die zweite Runde, doch war es von Anfang an klar, dass es für den 14-jährigen Nachwuchsringer an diesem Tag nichts zu holen geben würde. Als Folge seiner Ellenbogen-Verletzung war es im Schwergewicht anschließend Tetik Gökhan nicht möglich, sich in der Bodenlage adäquat gegen Ulrich Blümel zu verteidigen – nach einer Serie an Durchdrehern stand auch hier der technische Überlegenheitssieg des Geiselhöringers fest. Ebenfalls auf verlorenem Posten standen die Brüder Valentin und Hermann Turovskij, die ihren internationalen Gegnern chancenlos unterlegen waren. So wurde Valentin Turovski vom erfahrenen Griechen Alexandros Pilavidis ausgepunktet, der Tscheche Arkadiusz Gucik beförderte Hermann Turovskij bereits nach wenigen Sekunden Kampfzeit auf beide Schultern. Bei Konstantin Shekhovtsov waren es am Ende konditionelle Probleme, die ein besseres Ergebnis im Mattengefecht mit Martin Wittmann verhinderten – nach gutem Start ging im zweiten Kampfabschnitt nichts mehr, sodass Wittmann seine Chance witterte und in der Bodenlage auch ergriff: Nach einer Serie an Durchdrehern punktete er Shekhovtsov vorzeitig aus. Im letzten Kampf standen sich Konstantin Kainhuber und Krzysztof Banczyk gegenüber, der bis vor wenigen Jahren die Tschechische Republik auch international vertrat. Nach einem Bilderbuch-Kopfzug legte Banczyk den Burghauser noch in der ersten Runde aufs Blatt und stellte so den 8:27-Endstand sicher.

„Die Vorzeichen waren heute klar – es standen sich zwei Teams gegenüber von deinen eine Mannschaft Zweitliga-Ambitionen hegt und dies auch mit einer eindrucksvollen Mannschaftsleistung untermauerte. Und auch am kommenden Wochenende steht uns ein harter Fight bevor, wenn es zum ehemaligen Bundesligisten nach Westendorf geht.“, so Konstantin Kainhuber, der als Betreuer der Wacker-Reserve sowohl als Funktionär als auch als Sportler in Doppelfunktion beim SV Wacker Burghausen in einer Doppelfunktion agiert.

Auf zwei insgesamt erfolgreiche Wochenenden blickt der Bezirk Inn/Chiem zurück, dessen Ringerinnen und Ringer bei den Deutschen Meisterschaften der weiblichen Jugend und B-Jugend mit soliden bis sehr guten Ergebnissen überzeugen konnten. Mit dem TSV Trostberg, TSV Berchtesgaden, SC Anger und SV Wacker Burghausen schickten vier der sechs Bezirksvereine Sportlerinnen und Sportler ins Rennen, denen bei neun Teilnahmen vier Medaillen gelangen. Neben der tollen Nachwuchsarbeit in den einzelnen Vereinen unterstreichen diese auch den Erfolg des Bezirkstrainings, welches während der Sommerferien oft über das normale Maß hinaus auch an den Wochenenden abgehalten wurde.

Die Medaillengewinner aus dem Bezirk Inn-Chiem mit Rifat Yildiz (Vizeolympiasieger von 1992, zweifacher Weltmeister und Europameister) bei der DM der B-Jugend. © SC Anger

Herausragend war die Goldmedaille von Sebastian Gröbner vom TSV Trostberg, dessen Kopfhüpfschwung so manchen Kontrahenten bis 41 Kilo Griechisch-Römisch aufs Kreuz beförderte. Mit drei vorzeitigen Siegen und trotz einer Niederlage erreichte er das Finale, da sich die drei Erstplatzierten im Pool alle gegenseitig bezwungen hatten und der Trostberger das beste Punktverhältnis aufwies. Im Finale lag Gröbner kurz vor Schluss mit 1:5 in Rückstand, als er seinen Kontrahenten mit dem angesprochenen Kopfhüftschwung erwischte und sich per Schultersieg zum Deutschen Meister krönte.

Die drei weiteren Medaillen konnten Jakob Hogger vom SC Anger sowie Paul Ilsanker und Maximilian Leo vom TSV Berchtesgaden holen, die sich jeweils auf den dritten Platz vorkämpfen. Hogger musste sich in der Gewichtsklasse bis 35 Kilo Griechisch-Römisch nach einem vorzeitigen Sieg zum Auftakt im Poolfinale knapp nach Punkten geschlagen geben, holte sich zum Abschluss aber mit einem überzeugenden technisch überlegenen Sieg die Bronzemedaille. Ilsanker setzte sich bis 62 Kilo Griechisch-Römisch im Pool dreimal sicher nach Punkten durch, ehe er im Poolfinale denkbar knapp mit einem Punkt Unterschied unterlag. Keine Probleme hatte der Berchtesgadener im kleinen Finale, in dem er sich mit einem weiteren klaren Punktsieg die Bronzemedaille sicherte. Bis 80 Kilo Griechisch-Römisch verhinderte lediglich eine Schulterniederlage gegen den späteren Deutschen Meister das Vorrücken von Maximilian Leo ins Finale, der seine weiteren vier Poolkämpfe per technisch überlegenen, Schulter-, Punkt- und Aufgabesieg gewann. Im kleinen Finale wurde es für den Berchtesgadener noch einmal ein enger Kampf, doch letztendlich setzte er sich mit 10:7-Punkten durch und holte wie sein Teamkollege die Bronzemedaille.

Knapp das Podest verpassten vom SC Anger Sofia Koch und Andreas Hocheder, die in der weiblichen B-Jugend bis 38 Kilo beziehungsweise in der B-Jugend bis 48 Kilo Freistil antraten. Koch begann ihr nordisches Turnier mit einem Schulter- und hauchdünnen Punktsieg, ehe sie im dritten Kampf in Führung liegend eine Schulterniederlage erlitt. Es folgten eine weitere Schulter- sowie Punktniederlage, wodurch die junge Angererin die Medaillenränge knapp verpasste und Vierte wurde. Hocheder rang ein starkes Turnier und marschierte mit einem technisch überlegenen, Schulter- und Punktsieg durch seinen Pool, in dessen Finale er aber klar nach Punkten unterlag. Im kleinen Finale am Sonntag erwischte der Angerer keinen guten Tag und verlor knapp nach Punkten, wodurch er ebenfalls Vierter wurde.

Pech hatte in der weiblichen A-Jugend bis 57 Kilo Lea Tschakert vom SC Anger, die nach einer knappen Punkt- und einer Schulterniederlage in letzter Sekunde vorzeitig ausschied und Achte aus zwölf Teilnehmerinnen wurde. Auch ihr Mannschaftskollege Maximilian Hinterstoißer verpasste bis 44 Kilo Griechisch-Römisch den Sprung zu den vorderen Platzierungen, da er sich im Pool zweimal geschlagen geben musste. Dennoch gelang dem Angerer ein versöhnlicher Abschluss, indem er sich im Finale um den siebten Platz sicher mit 11:4 durchsetzte. Ebenso beendete Sultan Muhametow vom SV Wacker Burghausen sein Turnier bis 52 Kilo Griechisch-Römisch, der sich im Finale um den neunten Platz sicher nach Punkten durchsetzte. Zuvor war der Salzachstädter nach einem Punktsieg sowie einer Schulter- und einer Punktniederlage vorzeitig ausgeschieden.

Christian Pribil ist neuer Vorsitzender des Ringerbezirks Inn/Chiem. Er löst damit Alexander Schrader (Burghausen) ab, der sich aus persönlichen Gründen nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung gestellt hat. In Traunstein fand die Bezirkssitzung statt, an der auch BRV-Vizepräsident Sport Reinhard Hogger teilnahm. „Ich freue mich, dass Inn/Chiem einen neuen Vorsitzenden gefunden hat“, so Präsident Florian Geiger.

Vor der Wahl wurde die alte Vorstandschaft einstimmig entlastet. Wolfgang Küpper (Berchtesgaden) ist stellvertretender Bezirksvorsitzender und Sportreferent. Tobias Klouceck (Anger) verantwortet die Finanzen. In Doppelfunktion agiert künftig Stephan Winkler (Trostberg). Er verantwortet im Bezirk nicht nur die Jugend, sondern auch die Bezirksligen. Kampfrichterreferent ist Andreas Maier. Schriftführerin ist Laura Rothe (Anger). Florian Mayerhofer (Burghausen) verantwortet den Bezirksrechtsausschuss. Als Landesstützpunktleiter und -trainer bleibt weiterhin Raymund Edfelder im Amt, der durch Robert Molnar (Freistil) und Halit Yilmaz (Griechisch-Römisch) unterstützt wird.

Ein weiteres Thema bei der Sitzung war das Stützpunkttraining. Es soll künftig intensiviert werden. Zur Debatte stehen ein von Robert Molnar vorgeschlagenes Stützpunkttraining an einem Tag am Wochenende, welches abwechselnd in jedem Verein des Bezirks durchgeführt wird, sowie ein von Raymund Edfelder vorgeschlagenes ganztägiges Training mit zwei Trainingseinheiten und einem dazwischengeschobenen Highlight, wie die Besichtigung des Salzbergwerks Bad Reichenhall. Im Rahmen des Stützpunkttrainings soll ein Trainingslager vom 16. bis 19. Juni in Anger stattfinden. Erwartet werden auch über 20 ungarische Ringer.

Vor einer spannenden Auswärtsaufgabe stehen dieses Wochenende die Ringer des SC Anger, die beim ebenfalls erst einmal siegreichen TV Geiselhöring zu Gast sind. Die Niederbayern gewannen vor zwei Wochen ihr Derby gegen den SV Mietraching und mussten sich ansonsten dem SV Siegfried Hallbergmoos, dem TSV Burgebrach, dem SV Johannis Nürnberg und dem TSV Westendorf geschlagen geben. Gegen letztere beide unterlagen die heimischen Ringer, die diese Saison insgesamt erst dreimal auf der Matte standen, ebenfalls, sodass zusammen mit einem Blick auf die möglichen Aufstellungen der beiden Mannschaften ein knappes Duell erwartet werden kann. Die Ringer aus dem Landkreis Straubing-Bogen verfügen über eine starke Achse an N4 (Ausländer mit ununterbrochenem regelmäßigem Aufenthalt in Deutschland) und ausländischen Ringern in den leichten und mittleren Gewichten, gegen die die Angerer Ringer tendenziell erst einmal in der Außenseiterrolle sind. Komplettiert wird die Mannschaft der Geiselhöringer von guten eigenen Ringern, die ihre Mannschaft in den vergangenen Jahren von der Landesliga bis in die Oberliga geführt haben. Die Chancen auf einen Auswärtssieg des SCA stehen insgesamt wohl ungefähr bei 50/50, sodass jeder Angerer sein Maximum abrufen muss, um mit zwei Punkten im Gepäck ins Berchtesgadener Land zurückzukehren.

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