Groß war der Andrang für die diesjährigen Meisterschaften im Bezirk Mittelfranken. Der SC 04 Nürnberg war Ausrichter der Titelkämpfe. Dass im Vorfeld allein 232 Meldungen von 14 Vereinen eingingen, damit konnte niemand rechnen. Am Ende gingen dann 207 Ringer auf die Matten.
Bei der letztjährigen Bezirkssitzung wurde mit den Vereinsvertretern besprochen und auch beschlossen, dass 2023 die Titelkämpfe der Jugendaltersklassen an einem Tag durchgeführt werden sollen. „Wir haben aufgrund der begrenzten Hallenkapazitäten beschlossen, mit der A/B-Jugend und der C-Jugend am Vormittag zu beginnen und ab mittags denn die jüngeren Athleten, also die D- und E-Jugend, mit einzubauen“, so Bezirkschef Martin Ackermann. Allein bei der A/B-Jugend waren fast drei Mal so viele Ringer gemeldet als noch bei der Bezirksmeisterschaft im Juli 2022. Die Einteilung aller Altersklassen erfolgte mit der Zehn-Prozent-Regel. „Auch das haben wir bei der Bezirkssitzung im Herbst beschlossen. Das hatte den Hintergrund, dass es bei diesem Ablaufmodus kaum Gewichtsklassen gibt, die nur mit einer Person besetzt sind“, begründet Ackermann. Die Anzahl der Kämpfe erhöhte sich aber in Nürnberg deutlich.

„Uns ist bewusst, dass wegen der zu hohen Teilnehmerzahl die Veranstaltung an zwei Tagen hätte durchgeführt werden müssen.“ Es sei insbesondere für den jungen Jahrgang, also die D- und E-Jugend, eine enorme Herausforderung gewesen, da sie bis spät in den Abend hinein auf der Matte standen. „Das sehen wir von der Bezirksleitung sehr selbstkritisch und wird in dieser Art und Weise auch nicht mehr stattfinden“, so Ackermann, der sich natürlich bei den betroffenen Vereinen dafür entschuldigt, aber deutliche macht, „dass es leider nach Bekanntwerden der Teilnahmerzahlen keine Möglichkeit mehr gab, hier großen Einfluss zu nehmen.“ Hätte man auf die reguläre Gewichtsklasseneinteilung zurückgegriffen, wäre die Veranstaltung auch etwas früher beendet gewesen. „Das nehmen wir als Erfahrungswert für zukünftige Veranstaltungen auf jeden Fall mit“, betont der Bezirkschef.

Nichtsdestotrotz überwiegen im Nachgang der Bezirksmeisterschaften die positiven Dinge: Denn es gibt im Bezirk Mittelfranken eine große Anzahl an Nachwuchsringer. Beim SC 04 Nürnberg standen interessante und attraktive Kämpfe in allen Altersklassen auf dem Programm. Aus Sicht der Kampfrichter gibt es auch Erfreuliches zu berichten: Vier Bezirkslizenzanwärter haben die theoretische und praktische Prüfung mit Erfolg abgelegt. Bei der zweiten Bezirksmeisterschaft in Burgebrach, jetzt am Samstag (21.1.), wird es zwei weitere Prüflinge geben. „Alle Anwärter haben sich hervorragend bei der Meisterschaft geschlagen“, heißt Ackermann die Neulinge im Bezirk herzlich willkommen. Ein großes Dankeschön richtet der Bezirk Mittelfranken an den ausrichtenden Verein SC 04 Nürnberg mit seinen vielen fleißigen Helfern, den Kampfrichtern und dem Wettkampfbüro, das von 9 Uhr morgens bis 22 Uhr abends durchweg im Einsatz war. „Letztendlich sollten wir uns im Bezirk Mittelfranken aber darüber freuen, dass es um den Nachwuchs bei den Vereinen aktuell sehr gut bestellt ist“, so Ackermann abschließend.

Übrigens: Bei der Bezirksmeisterschaft in Burgebrach bietet die Bezirksleitung unmittelbar nach der Waage einen Austausch mit interessierten Eltern und Vereinsmitgliedern an, sich über die zurückliegende Meisterschaft in Nürnberg noch auszutauschen.

Siegerehrung der E-Jugend mit Bezirksjugendleiter Peter Fröhlich (links) und Sportwart Günter Wetz. © Mario Baumeister

Siegerehrung der D-Jugend mit Sportwart Günter Wetz. © Mario Baumeister

Bezirkschef Martin Ackermann (links) und Bezirkssportwart Günter Wetz freuen sich mit den Athleten aus der Altersklasse C-Jugend. © Mario Baumeister

Die neuen Bezirksmeister der A/B-Jugend im Bezirk Mittelfranken auf einem Gruppenfoto. © Mario Baumeister

Der SC 04 Nürnberg war Schauplatz für die Bezirksmeisterschaften in Mittelfranken. 220 Teilnehmer kämpften um die begehrten Pokale, Medaillen und Urkunden im Freistil. Die besten Ringer qualifizierten sich für die kommende Bayerische Meisterschaft. Der Burgebracher Ringernachwuchs war mit zwölf Medaillen enorm erfolgreich.

Bezirksmeister wurde Aslan Abbasov (C-Jugend/48 kg) mit drei Siegen und einer Niederlage. Da in dieser Gewichtsklasse jeder Ringer mindestens eine Niederlage hinnehmen musste, gaben die höchsten Siege den Ausschlag für die Goldmedaille des Burgebrachers. Silber erkämpften Richard Rutkowsky (C-Jugend/40 kg/3 Siege und 1 Niederlage), Georg Rutkowsky (E-Jugend/30 kg/3 Siege und 1 Niederlage). Weiterhin Silber bei den D-Jugendlichen erkämpften Michael Alexander Gareis (24 kg/1 Sieg und 1 Niederlage), Elias Alt (31 kg/ 4 Siege und 1 Niederlage), Olivia Peters (34 kg/ 4 Siege und 1 Niederlage) und David-Louis Rijnbeek (38 kg/4 Siege und 1 Niederlage). Bronze holten bei den A-Jugendlichen Nazar Shmorhun (57 kg/3 Siege und 2 Niederlagen) und Georgi Udesiani (66 kg/3 Siege und 2 Niederlagen). In der E-Jugend sicherten sich Bronze Simon Schäfer (21 kg/1 Sieg und 2 Niederlagen) und Lukas Krüger (33 kg/1 Sieg und 2 Niederlagen). Antonia Andrea Gareis wurde bei der E-Jugend Dritte und erhielt damit Bronze (29 kg/3 Siege und 2 Niederlagen). Vierter wurde Avram Sharkozi (76 kg/2 Siege und 3 Niederlagen). Fünfter wurde Sergej Dudkin (E-Jugend/28 kg/1 Sieg und 4 Niederlagen). In der D-Jugend gab es mit Henry Schneiderwind (30 kg/1 Sieg und 4 Niederlagen), Leonie Krüger (33 kg/1 Sieg und 4 Niederlagen) und Lean Lunz (38 kg/5 Kämpfe) weitere fünfte Plätze.

Abteilungsleiter Volkmar Schmal ist sehr stolz auf die jüngsten Erfolge: „Alle Ringer haben sich unter den ersten fünf Plätzen gekämpft. Für viele Nachwuchsringer war das ihr erstes Turnier. Wir sind mit dem vierten Platz von 14 teilnehmenden Vereinen wieder eine Macht im Bezirk. Wir freuen uns nun auf die Bezirksmeisterschaft im griechisch-römischen Kampfstil, die am Samstag in Burgebrach stattfindet. Mit dem Heimvorteil freue ich mich jetzt schon riesig auf große Erfolge, viele Burgebracher Siege und einen reibungslosen Verlauf des Turniers“.

Die Gäste aus Oberölsbach brachten einen vollen Bus mit Fans nach Burgebrach. Beide Fanlager unterstützten ihr Team lautstark. Dieser Mannschaftskampf war bis zum Schluss sehr spannend. Am Ende trennten sich beide 13:13-Unentschieden. Abteilungsleiter Volkmar Schmal: „Ein versöhnlicher Saisonabschluss. Jetzt heißt es für die Verletzten, dass sie sich vollständig genesen, damit wir im kommenden Jahr zur 1000 Jahr Feier der Marktgemeinde Burgebrach erfolgreicher sind als in diesem Jahr“. Trainer Michael Giehl ergänzt: „Wir mussten wieder mit Felix Pflauger, Milan Mester und Dominik Winkler auf drei Stammringer verzichten. Das kann auch kein anderer Verein in der starken Oberliga stemmen. Deshalb bin ich mit dem Unentschieden sehr zufrieden. Alle sind an ihre Leistungsgrenze gegangen“.

57 kg Griechisch-Römisch: Das Duell zwischen Mukhmad Khakimov und Salman Kaschijew ging hauchdünn mit 14:13 an den Burgebracher (1:0).

130 kg Freistil: Der Kampf zwischen Jens Bayer und Patrik Fanderl war sehr spannend. Am Ende gewann der Gast mit 0:1 nach Punkten (1:1).

61 kg Freistil: Christopher Rippl versuchte gegen Fabian Meier mit Beinangriffe zum Erfolg zu kommen. Die gegnerische Abwehr bescherte dem Gast einen knappen Punktsieg (1:3).

98 kg Griechisch-Römisch: Peter Dömök sah gegen Petr Novak wie der Sieger aus. Bis er in der zweiten Hälfte einem herrlich gezogenen Schulterschwung nicht abwehren konnte (1:5).

66 kg Griechisch-Römisch: Johann Engelhardt hatte den passiv ringenden Christian Gregor sicher im Griff und gewann folgerichtig mit 12:3 nach Punkten (Halbzeitstand 4:5).

86 kg Freistil: Christian Merkel überraschte gegen Elias Brunner mit einem starken Einsatz und technischen Raffinessen. Nach zwei Runden wurde er zum souveränem 8:0-Punktsieger erklärt (7:5).

71 kg Freistil: Yunier Castillo Silveira wusste, es kommt auf jeden Punkt an. Er bekämpfte Felix Leinweber bis der 16:0 Überlegenheitssieg 10 Sekunden vor Kampfende feststand (11:5).

80 kg Griechisch-Römisch: Hier konnte der TSV auf Grund der Verletzten keinen Gegner stellen (11:9).

75 kg Griechisch-Römisch: Der 6:0 Punktsieg von Leonardo Quintero Torres über Jürgen Fürst war enorm wichtig, um den TSV vor dem letzten Duell eine sichere Führung brachte (13:9).

75 kg Freistil: Josef Giehl versuchte gegen Majid Dadashi alles, um keinen vierer abzugeben. Das klappte auch in der ersten Hälfte. Doch dann drehte der Gästeringer unglaublich auf und gewinnt durch technische Überlegenheit (Endstand 13:13).

Das Landesligateam des TSV siegte mit 27:25 über den Favoriten aus Amberg. Für den TSV gewannen: Nick Gutorov, Giorgi Udesiani, Michael Giehl, Johannes Baum und Ahmad Saidislomzoda.

Platz eins ging an den TV Unterdürrbach. © BRV/Bezirk Mittelfranken

Nur Gewinner gab es bei der Rückrunde des Schüler-Bezirkspokals Mittelfranken. Die Sporthalle des SC 04 Nürnberg war diesmal Austragungsstätte. „Die sieben teilnehmenden Mannschaften lieferten sich spannende und mit viel Herzblut geführte Kämpfe“, resümiert Bezirksjugendleiter Peter Fröhlich. Alle 100 teilnehmenden Kinder erhielten jeweils eine Medaille. Das als Neulings- und Nachwuchsturnier gedachte Event sei für viele der erste Wettkampf ihres jungen Ringerlebens gewesen. „Wir haben sehr viele strahlende Kinderaugen gesehen“, freut sich Fröhlich. Jeder Verein erhielt zudem einen Pokal. Im kommenden Jahr soll es dann bereits die fünfte Auflage geben. Fröhlich dankte im Namen der Bezirksvorstandschaft allen Helfern, „ohne sie ist eine solche Veranstaltung nicht möglich.“

 Bezirksjugendleiter Peter Fröhlich © BRV/Bezirk Mittelfranken

Abschlusstabelle

Kämpfe

g

u

v

Pkt.

1.

TV Unterdürrbach

12

11

1

0

23

2.

SC 04 Nürnberg II

12

10

1

1

21

3.

TSV Zirndorf

12

5

2

5

12

4.

WKG Erlangen/Laubendorf

12

5

1

6

11

5.

SV Joh. 07 Nürnberg II

12

3

1

8

7

6.

TSV Weißenburg

12

2

1

9

5

7.

TSV Burgebrach II

12

2

0

10

4

Ausgerutscht sind die Nürnberg Grizzlys in der Bayerischen Oberliga: Das Team von Alp Senyigit und Alexander Michael verlor den Auswärtskampf gegen den SC Oberölsbach mi 12:18. Durch die Niederlage rutschen die Grizzlys auf Rang fünf ab.

Insgesamt gingen nur drei Einzelkämpfe auf das Konto der Nürnberger. Zur Pause lagen die Gäste bereits mit 4:11 zurück. Nur Hamed Kiani (61 kg, Freistil) schaffte einen technischen Überlegenheitssieg über Fabian Meier und damit den einzigen Sieg im ersten Durchgang. Luis Brandl (57 kg, Griechisch-Römisch) verlor gegen Salman Kaschiiew mit 7:9-Wertungspunkten. Auch Ewald Stoll, der im Schwergewicht antrat, und Patrick Fanderl zum Gegner hatte, gab zwei Mannschaftspunkte ab. Tobias Schmidt (98 kg, Griechisch-Römisch) verlor gegen Petr Novak auf Schulter. Auch Griechisch-Römisch-Spezialist Seyran Hülseynzade musste sich im Limit bis 66 Kilo Christian Gregor geschlagen geben. Nach 1.54 Minuten drückte der Oberölsbacher ihn auf beide Schulter.

Nach der Pause schafften die Grizzlys kurz die Wende in diesem Kampf. Franco Besold holte sich in der Gewichtsklasse bis 86 Kilo einen Disqualifikationssieg über Matthias Stich. Selbst Roman Leifridt (71 kg, Freistil) sicherte sich weitere vier Mannschaftspunkte beim technischen Überlegenheitssieg (16:0). Die Grizzlys führten zwischenzeitlichen mit 12:11. In der Folge gewann Oberölsbach vor 300 Zuschauern die restlichen Kämpfe. Mark Weimer (80 kg), Tom Pusch (75 kg, beide Griechisch-Römisch) und Adam Leifridt (75 kg, Freistil) gaben ihre Kämpfe ab.

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