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- Geschrieben von Stefan Günter
Westendorfs Ringer sorgen weiterhin für Schlagzeilen. Der Deutsche Ringer-Bund (DRB) hat für die Europameisterschaft in Tirana (Albanien) wieder Niklas Stechele nominiert. Mit dem Ludwigshafener Horst Lehr ist ein großer Konkurrent nach einer langen Verletzung wieder zurückgekehrt. Während Lehr bei den kontinentalen Titelkämpfen im Limit bis 57 Kilo gefordert sein wird, ist der Westendorfer dagegen in der Gewichtsklasse bis 61 Kilo im Einsatz. Seit Jahren ist Stechele ein fester Bestandteil der Ringer-Nationalmannschaft. Der 26-jährige Freistiler, der im vergangenen Jahr erstmalig den Titel des Militär-Weltmeisters in Deutschland gewann, ist aktuell der einzige bayerische Ringer im Freistilteam des DRB. Die EM findet vom 20. bis 26. April in der albanischen Hauptstadt statt.
Unterdessen hat Christopher Kraemer einen kleinen Rückschlag erlitten. Nach dem Titelgewinn mit dem SV Wacker Burghausen wollte der Griechisch-Römisch-Spezialist auch auf internationaler Ebene wieder durchstarten. Der 30-Jährige war für die Thor Masters in Dänemark gesetzt. Doch ein hartnäckiger Virus zwang ihn nun zu einer nicht vorhergesehenen Zwangspause. „Ich konnte einige Wochen nicht trainieren.“ Nun konzentriert sich Kraemer auf die Vorbereitung zu den deutschen Einzelmeisterschaften, die Anfang Juni in Elsenfeld (Unterfranken) stattfinden werden.
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Sie feuerten Christopher Kraemer (Bildmitte) in Weingarten an: Von links, Markus Stechele, Steve Masuch, Vanessa Baumann und Tizian Reggel. © Markus Stechele
Die erste Hürde hat der SV Wacker Burghausen im Kampf um den Gewinn des deutschen Mannschaftsmeistertitels im Ringen bereits gemeistert. Die Ostbayern gewannen am vergangenen Samstag den ersten Finalhinkampf auswärts gegen den SV Germania Weingarten knapp mit 12:11. Im Aufgebot stand auch der Westendorfer Christopher Kraemer, der in seinem Kampf bis 66 Kilo im griechisch-römischen Stil Youngster Janis Heinzelbecker deutlich mit 18:0-Wertungspunkten von der Matte fegte. Wir sprachen dazu mit Christopher Kraemer.
Wie analysierst du deinen Kampf?
Christopher Kraemer: Ich habe eine Duftmarke gesetzt. Es lief einfach optimal für mich, weil ich von Beginn des Kampfes vorwärtsgegangen bin. Janis Heinzelbecker war körperlich unterlegen, das habe ich zu meinem Vorteil ausgenutzt.
Es war dein elfter Sieg im elften Bundesligakampf in dieser Saison. Wie fühlt es sich an, ungeschlagen zu sein?
Kraemer: Einfach großartig! Nach meiner langwierigen Verletzung wurde ich durch Matthias Maasch (Anm. d. R.: Trainer und sportlicher Leiter des SV Wacker Burghausen) fitgemacht. Gleich zu Saisonbeginn lief es optimal für mich, wobei du natürlich nicht voraussagen kannst, wie man nach einer langen Verletzung überhaupt zurückkommt. Aber es hat funktioniert. Dennoch wurde mir nichts geschenkt, da ich auch einige Topathleten aus der europäischen Spitze als Gegner hatte. Es war also definitiv keine Laufkundschaft dabei.
Der erste Schritt für den Gewinn des sechsten Titels ist getan. Wie schwer wird der Rückkampf?
Kraemer: Sicherlich sind wir mit dem Stilartwechsel in der Rückrunde nochmals stärker. Ich weiß allerdings auch, und das zeigen die Ergebnisse von Weingarten, dass auch sie extrem stark aufgestellt sind. Wenn wir unsere Athleten auf die Matte bringen und alles für uns läuft, können wir gewinnen.
Wirst du am Samstag ringen?
Kraemer: Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich es weder bestätigen noch dementieren. Bis zum Gang auf die Waage wird es offen sein. Das ist es auch, was das Ringen auch so spannend macht. Trotzdem werde ich mich zu 100 Prozent darauf vorbereiten, da ich natürlich auch mit einem Einsatz rechnen muss.
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Im Rückkampf in Burghausen stand nur Niklas Stechele (4.l.r.) auf der Matte. Am Ende siegte der SV Wacker und zieht ins Finale ein. © Markus Stechele
Der SV Wacker Burghausen und Christopher Kraemer stehen im Finale um die Deutsche Ringer-Mannschaftsmeisterschaft. Im Halbfinal-Rückkampf setzten sich die Ostbayern gegen den SC Siegfried Kleinostheim mit 13:8 durch. Noch das erste Aufeinandertreffen endete mit 10:10. Während Kraemer aufgrund des Stilartwechsels in Burghausen nicht zum Einsatz kam, trat dagegen Vereinskollege Niklas Stechele stilartfremd gegen Fabian Schmitt in der Gewichtsklasse bis 61 Kilo Griechisch-Römisch an. Der Westendorfer in den Diensten der Unterfranken gab seinen Kampf knapp mit 0:1 ab. Wacker Burghausen trifft im Finale nun auf den SV Germania Weingarten, die sich im anderen Semifinale gegen Titelverteidiger Schorndorf durchsetzten. Somit greift Burghausen nach dem insgesamt sechsten nationalen Titel. Die Finalduelle sind am 31. Januar in Weingarten und am 7. Februar in Burghausen.
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Einmal im Jahr kommen alle schwäbischen Ringervereine zum Bezirkstag zusammen. In Westendorf wurde nicht nur auf das vergangene Sportjahr zurückgeblickt, sondern die Vereinsvertreter schauen auch auf ein ereignisreiches und von zahlreichen Terminen geprägtes 2026. Höhepunkt war auch die Wahl des Bezirksvorstandes.
An der Spitze der schwäbischen Ringer gibt es keine Veränderungen. Stefan Günter bleibt weiterhin Bezirkschef. Seit 2017 fungiert er als Vorsitzender. „Wir haben innerhalb des Bezirkes ein klasse Miteinander. Gerade deshalb macht es mir so viel Spaß, dieses Amt auszuführen.“ Sein Stellvertreter und Sportreferent Thomas Stechele wurde ebenfalls in seinem Amt bestätigt. Die Hoheit der Finanzen hat weiterhin Ralf Kiyek. Bezirksstützpunktleiter und Landestrainer Matthias Einsle tritt die Nachfolge von Alfredo Santangelo (TSV Kottern) an, der die Position des Jugendreferenten abgab. Übrigens: Alle vier gewählten Funktionäre gehören als Mitglied dem TSV Westendorf an. Ebenfalls in seinem Amt bestätigt wurde Robert Reitmeir vom TSV Aichach. Der 51-jährige Kampfrichter verantwortet neben seiner Tätigkeit im Bezirk noch die Geschicke als Kampfrichterchef innerhalb des BRV. Reitmeir warb erneut wieder für neue Mattenleiter.
In seinem Bericht als Bezirksstützpunktleiter machte Einsle unmissverständlich deutlich, „dass die Teilnahme am Bezirkstraining nur funktionieren kann, wenn auch Eltern und die Trainer hier zusammen mitwirken.“ In Westendorf kann jederzeit am Stützpunkt mittrainiert werden. Denn wer am Bezirkstraining nicht teilnimmt, habe auch keinen Anspruch darauf, bei einer deutschen Einzelmeisterschaft zu starten, hebt Matthias Einsle hervor. Auch BRV-Präsident Florian Geiger appellierte daran, dass die Stützpunkte mit Leben befüllt werden sollten. Bayerns Ringerchef reiste extra zum Bezirkstag aus Deggendorf an. Geiger informierte die Anwesenden, dass die Gesamtmitgliederzahl im Jahr 2024 auf über 16.000 anwuchs. „Wir peilen jetzt die 18.000 an“, sagt Geiger euphorisch. Auch steht der BRV an der Schwelle, die 100 Mitgliedsvereine zu knacken. In Bayern gebe es allein 600 Trainerlizenzen. „Da brauchen wir uns auch überhaupt nicht zu verstecken“, so Geiger, der sich freut, dass mehr Fortbildungen angeboten werden. Ein großes Thema ist die Digitalisierung, die noch in diesem Jahr angepackt werden soll.
Bereits im Oktober des vergangenen Jahres wurden in einer Onlinesitzung die Weichen für die Reaktivierung des Bezirkspokals geschaffen. Anstatt die Termine auf mehrere Wochen zu verteilen, soll Anfang Juli der Teamwettbewerb der schwäbischen Vereine mit Schülern und Männer an einem Tag stattfinden. Doch zuvor steht erst einmal Anfang Februar die Bayerische Meisterschaft im Freistil und griechisch-römischen Stil sowie der weiblichen Jugend und Frauen an einem Wochenende in Coburg auf dem Programm.
Das Bezirksteam in der Übersicht:
Stefan Günter, Bezirksvorsitzender
Thomas Stechele, Stellv. Bezirksvorsitzender/Sportreferent
Ralf Kiyek, Bezirkskassier
Wolfgang Frank, Schriftführer
Matthias Einsle, Jugendreferent & Bezirksstützpunktleiter/Landestrainer
Robert Reitmeir, Kampfrichterreferent
Teresa Sausenthaler, Frauen- und Mädchenreferentin
Tobias Mettler, Revisor 1
Moritz Oberhauser, Revisor 2
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Niklas Stechele (2.v.l.) und Christopher Kraemer (rechts) beim gemeinsamen Erinnerungsbild in Elsenfeld. © Markus Stechele
Während die Bezirksmeisterschaft in der Sparkassen-Arena im Bürgerhaus Alpenblick in den letzten Zügen war, lief parallel der Halbfinal-Hinkampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft in Elsenfeld zwischen dem SC Siegfried Kleinostheim und dem SV Wacker Burghausen an: Das Besondere an diesem Duell: Die beiden Westendorfer Aushängeschilder Niklas Stechele (Freistil) und Christopher Kraemer (Griechisch-Römisch) standen auf der Matte.
Niklas Stechele startete den Kampfabend in der Gewichtsklasse bis 61 Kilo. Der U23-Europameister von 2023 und amtierende Militär-Weltmeister von 2025, der für Kleinostheim seine Ringerstiefel schnürt, traf auf Gulomyon Abdullaev. Bis wenige Sekunden vor Schluss lag Stechele mit 0:4 zurück, doch gelang dem Ostallgäuer noch eine wichtige Wertung gegen den Usbeken. Mit 2:4 unterlag der Westendorfer gegen den Olympiadritten von 2024 in Paris und gab dadurch nur einen Mannschaftspunkt ab.
Leichtes Spiel hatte dagegen Christopher Kraemer. Seit Jahren ringt der 30-jährige Griechisch-Römisch-Spezialist für den SV Wacker Burghausen. Kraemer, der monatelang verletzungsbedingt pausieren musste, zeigt sich seit dieser Bundesliga-Saison in einer bärenstarken Verfassung. Keinen Kampf gab er ab. Noch vor dem Pausengong zerlegte Kraemer Kleinostheims Eliah Lucyga, der stilartfremd auf die Matte ging, technisch überlegen mit 16:0-Wertungspunkten.
Am Ende gab es vor knapp 2.000 Zuschauern keinen Sieger. Denn nach zehn Kämpfen lautete das Ergebnis 10:10, wobei die Gäste aus Ostbayern mit Christopher Kraemer insgesamt sechs Einzelsiege erreichten. Bereits am kommenden Samstag steht der Rückkampf in Burghausen an. Ob beide Westendorfer dann wieder auflaufen, wird sich zeigen. Parallel fand das zweite Halbfinalduell zwischen dem amtierenden deutschen Mannschaftsmeister ASV Schorndorf und Germania Weingarten Die Württemberger gewannen mit 16:12 und stellten damit die Weichen auf einen erneuten Finaleinzug.


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