Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Teilnehmerzahlen bei den Nachwuchsringern in Oberfranken fast verdoppelt werden. Mit insgesamt 376 Jugendringern hatten die Puppenstädter im Vorfeld jedoch nicht gerechnet. Die coronaschwachen Jahre im Kampf- und damit Kontaktsport sind endlich vorbei. Obwohl die Bezirksmeisterschaften schon im Vorjahr in Oberfranken als „offen“ ausgetragen wurden, hatte der Gastgeber nicht mit diesem Anstieg gerechnet. Aus 29 Vereinen gingen die Meldungen ein.

Dem Aufruf des KSV Hof an Kinder im Vor- und Grundschulalter zum sportlichen Vergleich, kamen jüngst neun oberfränkische Vereine nach. In Kooperation mit den Nachbarvereinen ASC Bindlach, RSC Marktleugast, AC Lichtenfels und der neugegründeten Ringerabteilung des ATSV Kronach wurde vom KSV der erste Little Lions Cup mit vereinfachten Ringkampfregeln durchgeführt. Im Wettkampfbüro waren Michaela Bauer, Nadine Muric und Sandy Keil. Die Organisation rundum Versorgung und Hallenaufbau sowie Hallensprecher oblag dem RSC Marktleugast in Person von Bianca Meisel und Andreas "Little" Greim. 

Die teilnehmenden Kinder bei der ersten Auflage des Little Lions Cups in Marktleugast. © Daffy Dörfler

Stichtag war der 31. Januar: Die Ringervereine in Bayern müssen bis dahin ihre Mannschaften zum Ligenbetrieb anmelden. Für den ASV Hof stellt dies seit Jahren eine reine Formalie dar. Dennoch ist es dieses Mal etwas besonderes, denn der ASV Hof stellt erstmals seit knapp zwanzig Jahren wieder eine dritte Männermannschaft.

Vorsitzender Wolfgang Fleischer erklärt den notwendigen Schritt: „Wir haben im vergangenen Jahr 42 Ringer mit einer Lizenz für die Mannschaftskämpfe ausgestattet. In diesem Jahr zeichnet es sich ab, dass es noch mehr werden. Die Ringer sollen Wettkampferfahrung sammeln. Die jungen Ringer müssen an den Männerbereich herangeführt werden. Hierfür ist die Gruppenoberliga Nord sehr gut geeignet“.

Möglich wurde dieser Schritt durch den Aufstieg der zweiten Männermannschaft in die Landesliga Nord. Somit kann der ASV Hof mit einer dritten Mannschaft in der Gruppenoberliga an den Start gehen. „Dann wird es auch wieder zu einem Hochfranken-Derby mit dem RSC Rehau kommen“, freut sich Peter Schaller, stellvertretender Vorsitzender des ASV Hof.

Die erste Männermannschaft startet in der Bayerischen Oberliga. Nach der Ligastrukturreform des Bayerischen Ringerverbands wird das Team um die Trainer Alexander Ackermann und Fabian Rudert in der vierten Liga auf Punktejagd gehen. Die Planungen für die kommende Serie haben bereits begonnen, sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Bereits zum zweiten Mal hat der ASV Hof ein gemeinnütziges Sozialprojekt mit einer Fan-Aktion unterstützt. Der Initiator der Fan-Aktion, Jonas Högn, berichtet begeistert: „Die Idee unseres Fanclubs Sektion1896Hof war es, an einem Heimkampf des ASV zusammen mit all den treuen Zuschauern, Fans und Vereinsmitgliedern wieder etwas Gutes zu tun“.

Beim letzten Heimkampf im vergangenen Jahr kamen somit knapp über 500 Euro an Spenden zusammen. Der ASV Hof rundete dann auf 600 Euro auf. Vorsitzender Wolfgang Fleischer: „Wir finden die Aktion unserer Fans überragend. Mit dem Herzenswunsch-Hospizmobil wird ein Projekt des BRK unterstützt, dass wirklich ans Herz geht. Der ASV Hof hat gerne aufgerundet.“

Jonas Högn abschließend: „Ich möchte mich bei allen Spendern und Unterstützern bedanken. Das wir als Verein eine solch beachtliche Summe erreichen zeigt auf, wie eng die ASV Familie zusammenhält und welche Werte wir vertreten“.

Im Auftaktkampf der diesjährigen Oberliga-Saison setzte sich der Vorjahresmeister SC Anger erwartungsgemäß durch. Die ASVler zeigten dennoch eine gute Leistung und hielten vehement dagegen. Die Stimmung in der Halle war trotz der hohen Niederlage fantastisch. Die rund 550 Zuschauer spürten, dass jeder Hofer Ringer sich dem Kampf stellte. Trainer Alexander Ackermann: „Endlich hat die Serie begonnen. Heute war noch viel Nervosität dabei. Diese werden wir ablegen. Die Niederlage geht natürlich in Ordnung. Unsere Fans sind Weltklasse. Ich freue mich auf den nächsten Heimkampf.“ 

Die Kämpfe im Einzelnen:

In der Gewichtsklasse bis 57 kg feierte Bünyamin Satar sein Debüt in der ersten Mannschaft. Der Hofer Nachwuchsringer zeigte keinen Respekt und konnte sogar eine Punktewertung erzielen. Durch eine Unachtsamkeit geriet Satar in die gefährliche Lage und musste eine Schulterniederlage hinnehmen.
Im Schwergewicht traf Lukas Fleischer auf den international erfahrenen Armin Majoros. Im Standkampf konnte der ASVler noch dagegenhalten. Der Ungar in Diensten des SC Anger war allerdings der aktivere Ringer. In der Unterlage konnte Fleischer trotz Gegenwehr gegen Majoros Durchdreher nichts ausrichten und musste eine 0:15-Punkteniederlage hinnehmen.
Der Neuzugang des ASV Hof, Matej Zvolanek, zeigte gegen Sebastian Kolompar einen starken Kampf. Der für Anger startende Serbe zeigte seine internationale Klasse, jedoch hielt Zvolanek nach Kräften dagegen. Die Hofer Fans erkannten die gute Leistung und feierten trotz einer 1:16-Punkteniederlage des ASVlers den Hofer Neuzugang.
Den ersten Kampf nach knapp zwei Jahren bestritt Max Osterhoff in der Klasse bis 98 kg. Gegen Lukas Koch konnte der ASVler immer wieder einen seiner wuchtigen Beinangriffe durchbringen. Nach 4:38 Minuten hatte Osterhoff 16 Punkte auf seinem Konto und wurde zum Überlegenheitssieger erklärt.
Einen spannenden Kampf auf Augenhöhe bestritten in der Klasse bis 66 kg im Freistil der Hofer Felix Marek und Martin Bauer. Beide Ringer schenkten sich nichts und griffen sich gegenseitig unentwegt an. Zweimal ging der ASVler in Führung, konnte diese aber nicht nach Hause ringen. Nach sechs Minuten erklärte der sehr gute leitende Kampfrichter Johannes Steinberger den Gast zum 8:6-Punktesieger.
Im Kampf der Klasse bis 86 kg im griechisch-römischen Stil musste Maximilian Fleischer gegen den Deutschen Vizemeister Simon Öllinger antreten. In der ersten Runde wehrte der Hofer in der Bodenlage gut ab, was ihm in der zweiten Runde nicht mehr gelang. Dennoch spricht es für den ASVler am Ende nur ein 0:3 in der Mannschaftswertung zugelassen zu haben.
Der zweite Neuzugang des ASV Hof, Jiri Koran, startete gegen Felix Baumgartner gut. Zur Pause führte der ASVler mit 3:0 nach Punkten. In der zweiten Runde sprach der Kampfleiter zum Unverständnis des Hofer Publikums eine Passivität gegen Koran aus. In der Bodenlage gelangen dann dem Gast zwei hohe Wertungen, die zur 3:13-Niederlage des Hofers beitrugen.
Der Hofer Trainer Fabian Rudert startete in der Klasse bis 80 kg im Freistil. Rudert war immer der tonangebende Ringer. Der ASVler teilte sich seine Kräfte gut ein und sammelte, vor allem in der zweiten Runde, Punkt um Punkt. Nach Ablauf der Kampfzeit wurde Rudert zum verdienten 8:0-Sieger erklärt.
In der Klasse bis 75 kg Freistil standen sich Manuel Albert und Matthias Eckart gegenüber. Der Hofer hielt gegen den erfahrenen Oberligaringer des SC Anger gut mit und ging sogar in Führung. In der zweiten Runde geriet Albert allerdings in eine schmerzhafte Beinschraube des Gastes, die Eckart einige Zweierwertungen einbrachte. Am Ende unterlag der ASVler mit 4:16 nach Punkte.
Im letzten Kampf des Abends standen sich in der Klasse bis 75 im griechisch-römischen Stil Orlando Gutmann und Franz Fröhlich gegenüber. Die Zuschauer sahen einen ausgeglichenen und von viel Taktik geprägten Kampf. Am Ende unterlag der Hofer knapp mit 1:3 nach Punkten.

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