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- Geschrieben von Stefan Günter

Sie feuerten Christopher Kraemer (Bildmitte) in Weingarten an: Von links, Markus Stechele, Steve Masuch, Vanessa Baumann und Tizian Reggel. © Markus Stechele
Die erste Hürde hat der SV Wacker Burghausen im Kampf um den Gewinn des deutschen Mannschaftsmeistertitels im Ringen bereits gemeistert. Die Ostbayern gewannen am vergangenen Samstag den ersten Finalhinkampf auswärts gegen den SV Germania Weingarten knapp mit 12:11. Im Aufgebot stand auch der Westendorfer Christopher Kraemer, der in seinem Kampf bis 66 Kilo im griechisch-römischen Stil Youngster Janis Heinzelbecker deutlich mit 18:0-Wertungspunkten von der Matte fegte. Wir sprachen dazu mit Christopher Kraemer.
Wie analysierst du deinen Kampf?
Christopher Kraemer: Ich habe eine Duftmarke gesetzt. Es lief einfach optimal für mich, weil ich von Beginn des Kampfes vorwärtsgegangen bin. Janis Heinzelbecker war körperlich unterlegen, das habe ich zu meinem Vorteil ausgenutzt.
Es war dein elfter Sieg im elften Bundesligakampf in dieser Saison. Wie fühlt es sich an, ungeschlagen zu sein?
Kraemer: Einfach großartig! Nach meiner langwierigen Verletzung wurde ich durch Matthias Maasch (Anm. d. R.: Trainer und sportlicher Leiter des SV Wacker Burghausen) fitgemacht. Gleich zu Saisonbeginn lief es optimal für mich, wobei du natürlich nicht voraussagen kannst, wie man nach einer langen Verletzung überhaupt zurückkommt. Aber es hat funktioniert. Dennoch wurde mir nichts geschenkt, da ich auch einige Topathleten aus der europäischen Spitze als Gegner hatte. Es war also definitiv keine Laufkundschaft dabei.
Der erste Schritt für den Gewinn des sechsten Titels ist getan. Wie schwer wird der Rückkampf?
Kraemer: Sicherlich sind wir mit dem Stilartwechsel in der Rückrunde nochmals stärker. Ich weiß allerdings auch, und das zeigen die Ergebnisse von Weingarten, dass auch sie extrem stark aufgestellt sind. Wenn wir unsere Athleten auf die Matte bringen und alles für uns läuft, können wir gewinnen.
Wirst du am Samstag ringen?
Kraemer: Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich es weder bestätigen noch dementieren. Bis zum Gang auf die Waage wird es offen sein. Das ist es auch, was das Ringen auch so spannend macht. Trotzdem werde ich mich zu 100 Prozent darauf vorbereiten, da ich natürlich auch mit einem Einsatz rechnen muss.
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Im Rückkampf in Burghausen stand nur Niklas Stechele (4.l.r.) auf der Matte. Am Ende siegte der SV Wacker und zieht ins Finale ein. © Markus Stechele
Der SV Wacker Burghausen und Christopher Kraemer stehen im Finale um die Deutsche Ringer-Mannschaftsmeisterschaft. Im Halbfinal-Rückkampf setzten sich die Ostbayern gegen den SC Siegfried Kleinostheim mit 13:8 durch. Noch das erste Aufeinandertreffen endete mit 10:10. Während Kraemer aufgrund des Stilartwechsels in Burghausen nicht zum Einsatz kam, trat dagegen Vereinskollege Niklas Stechele stilartfremd gegen Fabian Schmitt in der Gewichtsklasse bis 61 Kilo Griechisch-Römisch an. Der Westendorfer in den Diensten der Unterfranken gab seinen Kampf knapp mit 0:1 ab. Wacker Burghausen trifft im Finale nun auf den SV Germania Weingarten, die sich im anderen Semifinale gegen Titelverteidiger Schorndorf durchsetzten. Somit greift Burghausen nach dem insgesamt sechsten nationalen Titel. Die Finalduelle sind am 31. Januar in Weingarten und am 7. Februar in Burghausen.
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Einmal im Jahr kommen alle schwäbischen Ringervereine zum Bezirkstag zusammen. In Westendorf wurde nicht nur auf das vergangene Sportjahr zurückgeblickt, sondern die Vereinsvertreter schauen auch auf ein ereignisreiches und von zahlreichen Terminen geprägtes 2026. Höhepunkt war auch die Wahl des Bezirksvorstandes.
An der Spitze der schwäbischen Ringer gibt es keine Veränderungen. Stefan Günter bleibt weiterhin Bezirkschef. Seit 2017 fungiert er als Vorsitzender. „Wir haben innerhalb des Bezirkes ein klasse Miteinander. Gerade deshalb macht es mir so viel Spaß, dieses Amt auszuführen.“ Sein Stellvertreter und Sportreferent Thomas Stechele wurde ebenfalls in seinem Amt bestätigt. Die Hoheit der Finanzen hat weiterhin Ralf Kiyek. Bezirksstützpunktleiter und Landestrainer Matthias Einsle tritt die Nachfolge von Alfredo Santangelo (TSV Kottern) an, der die Position des Jugendreferenten abgab. Übrigens: Alle vier gewählten Funktionäre gehören als Mitglied dem TSV Westendorf an. Ebenfalls in seinem Amt bestätigt wurde Robert Reitmeir vom TSV Aichach. Der 51-jährige Kampfrichter verantwortet neben seiner Tätigkeit im Bezirk noch die Geschicke als Kampfrichterchef innerhalb des BRV. Reitmeir warb erneut wieder für neue Mattenleiter.
In seinem Bericht als Bezirksstützpunktleiter machte Einsle unmissverständlich deutlich, „dass die Teilnahme am Bezirkstraining nur funktionieren kann, wenn auch Eltern und die Trainer hier zusammen mitwirken.“ In Westendorf kann jederzeit am Stützpunkt mittrainiert werden. Denn wer am Bezirkstraining nicht teilnimmt, habe auch keinen Anspruch darauf, bei einer deutschen Einzelmeisterschaft zu starten, hebt Matthias Einsle hervor. Auch BRV-Präsident Florian Geiger appellierte daran, dass die Stützpunkte mit Leben befüllt werden sollten. Bayerns Ringerchef reiste extra zum Bezirkstag aus Deggendorf an. Geiger informierte die Anwesenden, dass die Gesamtmitgliederzahl im Jahr 2024 auf über 16.000 anwuchs. „Wir peilen jetzt die 18.000 an“, sagt Geiger euphorisch. Auch steht der BRV an der Schwelle, die 100 Mitgliedsvereine zu knacken. In Bayern gebe es allein 600 Trainerlizenzen. „Da brauchen wir uns auch überhaupt nicht zu verstecken“, so Geiger, der sich freut, dass mehr Fortbildungen angeboten werden. Ein großes Thema ist die Digitalisierung, die noch in diesem Jahr angepackt werden soll.
Bereits im Oktober des vergangenen Jahres wurden in einer Onlinesitzung die Weichen für die Reaktivierung des Bezirkspokals geschaffen. Anstatt die Termine auf mehrere Wochen zu verteilen, soll Anfang Juli der Teamwettbewerb der schwäbischen Vereine mit Schülern und Männer an einem Tag stattfinden. Doch zuvor steht erst einmal Anfang Februar die Bayerische Meisterschaft im Freistil und griechisch-römischen Stil sowie der weiblichen Jugend und Frauen an einem Wochenende in Coburg auf dem Programm.
Das Bezirksteam in der Übersicht:
Stefan Günter, Bezirksvorsitzender
Thomas Stechele, Stellv. Bezirksvorsitzender/Sportreferent
Ralf Kiyek, Bezirkskassier
Wolfgang Frank, Schriftführer
Matthias Einsle, Jugendreferent & Bezirksstützpunktleiter/Landestrainer
Robert Reitmeir, Kampfrichterreferent
Teresa Sausenthaler, Frauen- und Mädchenreferentin
Tobias Mettler, Revisor 1
Moritz Oberhauser, Revisor 2
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Niklas Stechele (2.v.l.) und Christopher Kraemer (rechts) beim gemeinsamen Erinnerungsbild in Elsenfeld. © Markus Stechele
Während die Bezirksmeisterschaft in der Sparkassen-Arena im Bürgerhaus Alpenblick in den letzten Zügen war, lief parallel der Halbfinal-Hinkampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft in Elsenfeld zwischen dem SC Siegfried Kleinostheim und dem SV Wacker Burghausen an: Das Besondere an diesem Duell: Die beiden Westendorfer Aushängeschilder Niklas Stechele (Freistil) und Christopher Kraemer (Griechisch-Römisch) standen auf der Matte.
Niklas Stechele startete den Kampfabend in der Gewichtsklasse bis 61 Kilo. Der U23-Europameister von 2023 und amtierende Militär-Weltmeister von 2025, der für Kleinostheim seine Ringerstiefel schnürt, traf auf Gulomyon Abdullaev. Bis wenige Sekunden vor Schluss lag Stechele mit 0:4 zurück, doch gelang dem Ostallgäuer noch eine wichtige Wertung gegen den Usbeken. Mit 2:4 unterlag der Westendorfer gegen den Olympiadritten von 2024 in Paris und gab dadurch nur einen Mannschaftspunkt ab.
Leichtes Spiel hatte dagegen Christopher Kraemer. Seit Jahren ringt der 30-jährige Griechisch-Römisch-Spezialist für den SV Wacker Burghausen. Kraemer, der monatelang verletzungsbedingt pausieren musste, zeigt sich seit dieser Bundesliga-Saison in einer bärenstarken Verfassung. Keinen Kampf gab er ab. Noch vor dem Pausengong zerlegte Kraemer Kleinostheims Eliah Lucyga, der stilartfremd auf die Matte ging, technisch überlegen mit 16:0-Wertungspunkten.
Am Ende gab es vor knapp 2.000 Zuschauern keinen Sieger. Denn nach zehn Kämpfen lautete das Ergebnis 10:10, wobei die Gäste aus Ostbayern mit Christopher Kraemer insgesamt sechs Einzelsiege erreichten. Bereits am kommenden Samstag steht der Rückkampf in Burghausen an. Ob beide Westendorfer dann wieder auflaufen, wird sich zeigen. Parallel fand das zweite Halbfinalduell zwischen dem amtierenden deutschen Mannschaftsmeister ASV Schorndorf und Germania Weingarten Die Württemberger gewannen mit 16:12 und stellten damit die Weichen auf einen erneuten Finaleinzug.
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Die schwäbischen Einzelmeisterschaften im Ringen waren aus Sicht des TSV Westendorf ein voller Erfolg. Im eigenen Wohnzimmer, der Sparkassen-Arena im Bürgerhaus Alpenblick, erkämpften sich die Ostallgäuer insgesamt 38 Medaillen in sieben Altersklassen.
Die Bilanz aus Westendorfer Sicht ist mehr als beeindruckend: 12-mal Gold, 11-mal Silber und 15-mal Bronze. Das Team aus dem Ostallgäuer Ringerdorf ist der große Gewinner der Bezirksmeisterschaften. Denn mit insgesamt 60 Teilnehmern stellte der TSV die meisten Athleten. Mit 467 Punkten gewann Westendorf sehr überlegen und überaus deutlich die Vereinswertung vor dem KSV Unterelchingen (217) und TSC Mering (174).

Über 30 Vereine, darunter zahlreiche Teams aus dem oberbayerischen und mittelfränkischen Raum, sogar aus Österreich, gingen bei den Männern an den Start. 304 Sportler schritten über die Waage. Gerungen wurde auf drei Matten. „Es war eine großartige Meisterschaft in allen Altersbereichen“, hebt Jürgen Stechele besonders die enorme Qualität der Turnierkämpfe hervor. Denn sowohl im Jugend- als auch im Männerbereich habe es spannende und unterhaltsame Kämpfe gegeben. Was der Nachwuchscheftrainer des TSV besonders freut, ist die Tatsache, „dass das Ringen wieder richtig boomt. Viele Athleten, die nach Westendorf gekommen sind, suchen gezielt nach Turnieren und Meisterschaften. Wenn dann noch was geboten wird, wie bei uns, dann nehmen sie es dankend an.“ Für ihn sei das Ringen auf dem richtigen Weg.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Matthias Einsle. Der Freistil-Cheftrainer des TSV Westendorf fungierte bei der Schwäbischen im eigenen Wohnzimmer in einer Art Doppelrolle. Als Bezirksstützpunktleiter und Landestrainer warf Einsle auch einen genauen Blick auf alle teilnehmenden schwäbischen Mannschaften. „Es war ein tolles Turnier. Für viele junge Mattenfüchse waren es gar die ersten Titelkämpfe überhaupt. Die Meisterschaften sind zügig durchgelaufen.“ Besonders bei den Männern, die sowohl im Freistil als auch im griechisch-römischen Stil antraten, sei das Niveau sehr gut gewesen. Insgesamt hatte das Turnier aus Sicht von Matthias Einsle nicht nur den tollen Rahmen, sondern vor allem aus sportlicher Sicht die Qualität. „Ich glaube, der Name Westendorf ist auch ein Grund, dass viele Vereine stets ihre Zusage geben und wissen: Es läuft.“ Während Westendorf allein 48 Nachwuchsathleten auf die drei Matten schickte, nahmen bei den Männern in beiden Stilarten dagegen nur zwölf Ringer teil. „Es ist schon etwas schade, allerdings verstehe ich auch die Gründe bei dem einen oder anderen für einen Nichtantritt. Schließlich war die Mannschaftsrunde doch kräftezehrend, eine kurze Pause zum Durchschnaufen ist hier nachvollziehbar.“
Unterm Strich zieht Schwabens Ringer-Bezirkschef Stefan Günter ein rundum positives Fazit. „Westendorf hat mit Bravour und vielen engagierten Ehrenamtlichen eine tolle Veranstaltung ausgetragen“, betont der 49-jährige Funktionär. „Mein besonderer Dank geht aber an Tobias Hofmann (siehe Bild unten, stehend), der im Wettkampfbüro im Hintergrund alle Daten souverän online aufbereitet hat. Dass das gesamte Turnier reibungslos verlief, ist daher ein großer Verdienst von ihm“, hebt Günter das Engagement Hofmanns heraus.

Bilder zur Schwäbischen © Jens Rarek
Alle Ergebnisse im Detail gibt es HIER


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