Die verantwortlichen Landes- und Cheftrainer mit ihren Kaderathletinnen und -athleten in Hohenlimburg. © Matthias Baumeister

Der Deutsche Ringer-Bund hat jüngst zu einem Kadersichtungsturnier nach Hohenlimburg (NRW) geladen. Der Bayerische Ringer-Verband reiste mit insgesamt 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an. Mehr Aktive schickten nur die Teams aus Hessen und Sachsen (beide jeweils 22). Der DRB begrüßte dabei 162 Athletinnen und Athleten aus 16 Landesorganisationen. Erfreulich ist die Ausbeute: Dreimal Gold, zweimal Silber und viermal Bronze.

Dass nur 17 bayerische Teilnehmer am Kaderturnier teilnahmen, begründet der hauptamtliche Freistil-Cheftrainer des BRV, Marcel Fornoff, wie folgt: „Wir haben von den Bundestrainern die Info erhalten, dass wir nur Ringerinnen und Ringer dafür nominieren, die beim Kaderturnier oder auch bei den anstehenden deutschen Einzelmeisterschaften eine Medaille holen, um sich dadurch für den Bundeskader zu empfehlen.“ Im Freistil hatte Fornoff fünf Athleten im Gepäck. Drei von ihnen kehrten mit einer Medaille zurück. Der für den SC 04 Nürnberg startende Emil Letaiev (51 kg) stand bei seinen beiden Kämpfe auf verlorenem Posten. In der gleichen Gewichtsklasse stand auch der Westendorfer Jakob Völk, der nach zwei überzeugenden Siegen gegen den späteren Turniersieger Erik Hanikel (Neuwied) deutlich verlor, aber das kleine Finale für sich entschied. „Insgeheim hatte ich mir im Vorfeld eine Medaille ausgerechnet. Das ist auch eingetroffen“, so Fornoff über den jungen Völk, der bereits im vergangenen Jahr einen starken Eindruck bei den nationalen Titelkämpfen hinterlassen hat. Hier unterlag er nur im rein bayerischen Finale dem Nachwuchsgrizzly Mark Barnowski. Barnowski selbst hat gewichtstechnisch einen satten Sprung gemacht: Von 48 auf 60 Kilo. „Mark hat eine Qualität. Er ist richtig gut. Das hat er auch wieder gezeigt“, so Fornoff über den Athleten aus der Talentschmiede des SV Johannis Nürnberg. „Mark ist ein Angriffsringer, der zu jeder Zeit des Kampfes gefährlich sein kann.“ Barnowski krönte sich den Auftritt in Hohenlimburg mit dem ersten Platz. Der amtierende deutsche Einzelmeister startet noch ein weiteres Jahr in der Altersklasse U17, wobei Bundestrainer Marcel Ewald ihn mit Sicherheit weiterhin auf dem Schirm hat.

Unterdessen hat Marcel Fornoff Tobias Kohler ganz bewusst im Limit bis 55 Kilo starten lassen. „Es war die stärkste Gewichtsklasse im Freistil“, so der BRV-Übungsleiter. Kohler solle sich entwickeln. „Ich sehe in ihm enormes Potential. Deshalb ist es im ersten Jahr der U17 völlig egal, ob er eine Medaille erzielt oder nicht. Er geht seinen Weg“, so Fornoff über den Unterföhringer. Eine tolle Entwicklung macht auch Jakub Mayer, der an die Eliteschule des Sports nach Nürnberg wechselte. Im Limit bis 71 Kilo erkämpfte er sich übrigens den dritten Rang.

Ein starkes Teilnehmerfeld bot sich auch den Ringern im griechisch-römischen Stil. Besonders die Athleten aus dem Bezirk Inn/Chiem stachen hier heraus. Mit Jakob Hogger (SC Anger) und Maximilian Leo (TSV Berchtesgaden) schafften zwei Ringer den Sprung aufs obere Stockerl. Hogger musste im Limit bis 45 Kilo ran und besiegte Marick Schüßler aus Lugau (Sachsen) deutlich, setzte sich in seinem zweiten Duell im Nordischen System gegen John Kromm (Werdau) knapp mit 5:4-Wertungspunkten durch. Souverän präsentierte sich auch Leo, der im Limit bis 110 Kilo auf die Matte schritt. Er ließ Toralf Reich (Frankfurt/Oder) und Rodion Bernwald (Meppen) keine Chance. „Jakob hat sehr gut gerungen. Seine Leistungen waren viel besser als noch auf dem Lehrgang“, so Griechisch-Römisch-Cheftrainer Matthias Baumeister. Über Maximilian Leo sagt der BRV-Coach: „Er hat seinen Gegnern keine Chance gelassen“, blickt er hier auch optimistisch in Richtung nationale Titelkämpfe. Der für den SC Anger startende Sebastian Gröbner habe das Maximale herausgeholt. Im Limit bis 55 Kilo belegte er den dritten Platz, wobei Paul Ilsanker vom TSV Berchtesgaden in der Gewichtsklasse bis 80 Kilo das Finale abgeben musste. Mit 5:9-Wertungspunkten unterlag er Noel Lozanzic (Fellbach). Davor setzte sich der BRV-Athlet souverän gegen Erwin Lerchenberger (Gelenau) und Andre Gutjahr (Lippe-Detmold) durch. Mit dem Sieg über Nicolas Lieder (Luftfahrt Berlin) ebnete der Berchtesgadener den Einzug ins Finale. Cheftrainer Matthias Baumeister zieht nach dem Kaderturnier ebenfalls ein positives Fazit. „Der Bezirk Inn/Chiem war echt saustark.“

Übrigens: Sachsen gewann die Verbandswertung mit 98 Punkten vor Bayern (75) und Gastgeber NRW (73).

Alle Ergebnisse in der Übersicht
U17 Griechisch-Römisch
45 kg: 1. Jakob Hogger (SC Anger)
55 kg: 3. Sebastian Gröbner (SC Anger), 9. Florian Ilsanker (TSV Berchtesgaden)
60 kg: 4. Sultan Muhametow (Burghausen)
71 kg: 5. Artur Gottfried, 6. Luis Brandl (beide Johannis Nürnberg)
80 kg: 2. Paul Ilsanker (TSV Berchtesgaden)
92 kg: 4. Vitus Scheifele (TSV Westendorf)
110 kg: 1. Maximilian Leo (TSV Berchtesgaden)

U17 Weiblich
43 kg: 5. Hanna Neudorfer (SV Untergriesbach)
49 kg: 3. Klara Winkler (SC Isaria Unterföhring)
73 kg: 2. Mia Bauer (ASC Bindlach)

U17 Freistil
51 kg: 3. Jakob Völk (TSV Westendorf), 8. Emin Letaief (SC 04 Nürnberg)
55 kg: 8. Tobias Kohler (SC Isaria Unterföhring)
60 kg: 1. Mark Barnowski (SV Johannis Nürnberg)
71 kg: 3. Jakub Mayer (SV Johannis Nürnberg)

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