Das neue gewählte Vorstandsteam im Bezirk Schwaben mit Präsident Florian Geiger (4.v.l.) und dem hauptamtlichen Landestrainer Griechisch-Römisch, Matthias Baumeister (rechts), von links: Robert Reitmeir, Wolfgang Frank, Thomas Stechele, Alfredo Santangelo, Felix Kiyek, Teresa Sausenthaler, Thomas Wetzel, Tobias Mettler und Stefan Günter. © Günter

Showdown im Kampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Ringer zwischen dem SC Siegfried Kleinostheim und SV Wacker Burghausen. Das Besondere bei diesem Duell: Die beiden Westendorfer Eigengewächse, U23-Europameister Niklas Stechele und Christopher Kraemer, können jeweils mit ihrem Verein den Titel holen. Burghausen als vierfacher deutscher Mannschaftsmeister hat im Finalhinkampf vorgelegt. Die Ostbayern gewannen am vergangenen Samstag knapp mit 12:9.

Für Westendorfs Abteilungsleiter Bernhard Füller ist es schon zu Beginn des neuen Jahres ein absolutes Highlight. Er wünsche beiden Ringern viel Erfolg, wenn gleich er dann doch mehr Sympathien für den Underdog aus dem unterfränkischen Kleinostheim habe. Dort ringt bereits im vierten Jahr Niklas Stechele. In Burghausen feierte er im leichtesten Limit bis 57 Kilo gegen Givi Davidovi einen 3:0-Einzelsieg. Die Aussichten für einen weiteren Einsatz im Rückkampf stehen nicht schlecht. Wenn, dann würde der 23-jährige Freistilspezialist bis 61 Kilo auf die Matte gehen. „Verstecken brauchen wir uns auf jeden Fall nicht. Wir haben eine klasse Mannschaft. Ich bin überzeugt, dass wir im Stande sind, den zweiten Finalkampf zu unseren Gunsten drehen zu können“, so Stechele.

Auf der anderen Seite steht mit Christopher Kraemer ebenfalls ein weiteres Aushängeschild aus dem Ostallgäuer Ringerdorf. Der 28-jährige Griechisch-Römisch-Spezialist kämpft bereits in seiner zweiten Saison für den vierfachen deutschen Mannschaftsmeister. Im Hinkampf wurde Kraemer nicht aufgestellt. Bei einem möglichen Einsatz würde der Ostallgäuer dann im Limit bis 66 Kilo auf die Matte gehen. Kraemer selbst verspürt schon eine gewisse Vorfreude und Anspannung. „Es ist der letzte ausschlaggebende Kampf in dieser Saison. Schließlich geht es um den Titel. Da werden wir alle unsere maximale Leistung abrufen.“

Sympathien für Kleinostheim

Auch im Lager des TSV Westendorf verfolgt man gespannt dieses Duell.  Philipp Reiner, Ringer der Ersten Mannschaft, sieht mit dem Stilartwechsel im Rückkampf dann doch eher Vorteile für Burghausen. „Ich glaube schon, dass der Kampf deutlich für Wacker ausgehen wird.“ Kleinostheim habe mehr Teamspirit als Finalgegner Burghausen. „Wenn Niki ringen sollte, dann drücke ich ihm natürlich fest die Daumen.“ In die gleiche Kerbe schlägt auch sein TSV-Mannschaftskollege Daniel Joachim. „Mein Herz schlägt mehr für die Warriors, weil dort die Leute einfach cool sind, auch abseits der Matte.“ Sicherlich hätten die Ostbayern die besseren Karten, „trotzdem hat Kleinostheim immer noch die Chance auf den Gesamtsieg“, zeigt sich der Freistilspezialist optimistisch. Vor einer Woche war Joachim mit zahlreichen Westendorfern in der mit über 1.200 Zuschauern vollbesetzten Burghausener Sportparkhalle. Selbst den Rückkampf wird er sich nicht entgehen lassen. „Ich glaube, wir werden einen coolen Kampf erleben.“

Die Stecheles fiebert vor Ort mit

Auch die Stecheles werden ihren Niklas anfeuern. Sie werden sich unter den rund 2.500 Besuchern finden, die den entscheidenden Rückkampf live vor Ort anschauen werden. „Es ist angerichtet für ein megageiles Finale. Ich verspreche mir ein richtig tolles Duell“, so Jürgen Stechele. Der Nachwuchscheftrainer schwärm natürlich für einen Ringer ganz persönlich: Nämlich seinen Neffen Niklas. „Klar, ich bin für Kleinostheim. Aber ich freue mich auch über Chris Kraemer, sollte er mit Burghausen den Titel gewinnen.“ Nichtsdestotrotz gehen ihm schon die Superlativen aus, weil Westendorf zwei Ringer im Finale hat. „Für den Verein ist es ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Es ist doch völlig ungewiss, ob es diese Konstellation überhaupt noch einmal geben wird“, freut sich Stechele auf das Ringerspektakel.

Finalrückkampf live und kostenlos anschauen

Ringerfans können von zuhause aus mitfiebern: Der Bayerische Rundfunk überträgt im Web das Grande Finale. Der Livestream beginnt um 16.45 Uhr auf BR24.de. Mehr dazu. Hier klicken

Wer im kommenden Jahr bei deutschen Einzelmeisterschaften im Nachwuchsbereich teilnehmen will, muss eine vom Deutschen Ringer-Bund auferlegte Prüfung, das sogenannte Ringkampf-Abzeichen, abgelegt haben. Im Landesstützpunkt Schwaben in Westendorf hat Bezirkstrainer Matthias Einsle bei 30 Nachwuchsathleten diese Prüfung abgenommen. Die Teilnehmer kamen aus Mering, Kempten, Kottern und Westendorf.



Die Teilnehmer aus den Vereinen Mering, Kottern, Kempten und Westendorf mit den Trainern Jürgen Stechele (links), Matthias Einsle (2.v.l.) und Maximilian Goßner (rechts). © Jürgen Stechele

Gleich die gute Nachricht vorweg: Alle Athleten haben die wichtigste Hürde, „Bronze – Stufe 2“ erfolgreich gemeistert. „Ich bin schon sehr zufrieden, dass alle es geschafft haben“, betont Bezirksstützpunkttrainer Matthias Einsle, der durch Maximilian Goßner, Leistungssportkoordinator des Bayerischen Ringer-Verbandes und Jürgen Stechele, Nachwuchscheftrainer des TSV Westendorf, unterstützt wurde. „Einige Athleten waren so gut vorbereitet, dass ihnen noch die nächste Stufe Silber abgenommen wurde.“ Sie ist entscheidend dafür, um an den nationalen Titelkämpfen teilzunehmen. Geht es nach dem Willen des Deutschen Ringer-Bundes, ist ein gewisses Niveau von Nöten, dass durch die Abnahme eines Ringkampf-Abzeichens somit gewährleistet wird. „Bayern macht seine Hausaufgaben“, sagt Einsle. So mussten die jungen Nachwuchsrecken im Standkampf 20 Techniken und im Boden 13 Techniken nach Vorgabe zeigen. Dabei kommen sowohl Anfängergriffe und Grundlagentechniken zum Tragen, die bereits bei Neun- und Zehnjährigen intensiv einstudiert werden.

Westendorfs Ringer steht am Samstag eine längere Fahrt bevor. In der Bayerischen Ringeroberliga treten die Ostallgäuer Recken auswärts beim TSV Burgebrach an. Eine Woche nach dem sportlichen Erfolg über TV Geiselhöring, aber der Aberkennung des Siegs am Grünen Tisch, sind die Athleten weiterhin fokussiert und heiß auf den ersten „regulären“ Sieg in der noch jungen Saison.

Die gute Nachricht gleich vorneweg: Nasrat Nasratzada und Ion Gaimer haben nun offiziell ihren Status, können also wieder regelmäßig eingesetzt werden, ohne dass sie in das Ausländerkontingent fallen. Vereinsvorstand Robert Zech hatte hier viele Hebel in den vergangenen Tagen in Bewegung gesetzt. In Burgebrach wird Westendorf wieder hochkonzentriert zu Werke gehen. „Sie sind einfach ein unbequemer Gegner“, bringt es Griechisch-Römisch-Cheftrainer Maximilian Goßner auf den Punkt. Das 0:40 im Auftaktkampf müsse einfach abgeschüttelt werden. Man könne das Ergebnis jetzt nicht mehr zurückdrehen. „Wir blicken nach vorn.“ Matthias Einsle sei selbst überrascht, dass die Jungs mit der aktuellen Situation gut umgehen. „Sie haben es verdaut. Ich bin überzeugt, dass sie wieder ihre volle Leistung wie schon gegen Geiselhöring bringen werden“, so der Freistil-Cheftrainer.

Gegner Burgebrach ist mit einem doch überraschenden Auftakterfolg daheim gegen Oberölsbach gestartet. Die Oberfranken konnten erst im letzten Kampf des Abends alles klar machen und gewannen mit 16:13. Mit Elchin Ibragimov haben sie einen Athleten mit russischem Pass unter Vertrag genommen, der zuletzt für den Bundesligisten RKG Reilingen-Hockenheim auf der Matte stand und in Georgien trainiert. Mit Yunier Castillo-Silveira (71 kg), Felix Pflauger (75 kg) und einem weiteren Neuzugang, Ion Demian (98 kg), steht Westendorfs Gegner richtig gut da. Gerade im Halbschwergewicht könnte es ein richtig spannendes Duell geben, wenn sich Westendorfs Oleksandr Eftekhari mit dem U20-Europameister von 2022 duelliert. Ein weiterer Schlüsselkampf hat auch Schwergewichtler Felix Kiyek (Griechisch-Römisch) vor der Brust, wenn er gegen Jens Bayer ran muss. „Burgebrach kann variable aufstellen, das macht sie auch so unangenehm. Ich erwarte ein knappes Ding“, so Einsle, wenn gleich die beiden Übungsleiter von einem Druck gewinnen zu müssen, nichts wissen wollen. „Unser Saisonziel ist ein Platz unter die Top drei. Weil wir eine gute Mannschaft in dieser Saison haben, ist für uns auch alles möglich“, so beide abschließend.

Es ist wohl das einzigartige Flair und die Stimmung, die den Ringsportfan jährlich in seinen Bann zieht. Die Sparkassen-Arena im Bürgerhaus Alpenblick wird nun wieder zu einem Hexenkessel. Am Samstagabend werden die Fans und Zuschauern ihren Recken zum Start in die neue Oberliga-Saison zujubeln. Zu Gast ist Vorjahresvizemeister TV Geiselhöring. Auf die Matte geht es um 19.30 Uhr.

Das letzte Duell zwischen beiden Kontrahenten hatte es in sich, als Westendorf im Dezember des vergangenen Jahres beim Saisonfinale die Niederbayern mit 23:12 in eigener Halle in die Knie zwang. Sieben Einzelsiege gingen damals auf das Konto der Ostallgäuer. Spannender verlief dagegen der Hinrundenkampf, den die Ostallgäuer mit 11:13 abgaben. „Ich erwarte einen sehr spannenden Heimkampf, ja sogar ein Duell auf Augenhöhe“, sagt Griechisch-Römisch-Cheftrainer Maximilian Goßner über die Premiere. Es werde richtig heiß zugehen, ist er überzeugt. Denn der Vorjahresvizemeister hat mit Jan Arkadiusz Gucik und Ilja Vorobev zwei Topathleten in ihren Reihen. Gerade in den leichten Gewichtsklassen hat der TVG einen Vorteil, da sie hier vorwiegend ausländische Kräfte einsetzen.

Westendorf will bei diesem ersten Duell trotzdem nichts dem Zufall überlassen und wird die stärkste Mannschaft auf die Matte schicken. Für TSV-Boss Robert Zech ist nicht nur dieser Kampf, sondern die weiteren Begegnungen in Burgebrach und daheim gegen Oberölsbach schon richtungsweisend. „Das sind drei Brocken zum Start. Da werden die Jungs gleich mal aufs Gaspedal steigen. Das ist schon gleich richtig megaspannend. Ich freue mich wahnsinnig drauf.“ In die gleiche Kerbe schlägt auch Goßner, der gegen Geiselhöring einem äußerst spannenden Kampf entgegenfiebert. „Einige Einzellkämpfe können so oder so ausgehen. Vieles ist hier auf Messers Schneide“, hofft der Übungsleiter auf die wie immer großartige Unterstützung der Zuschauer und der Allgäu-Bulls. Der Fanclub feiert übrigens in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum.

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