
Die Bayern unter sich: Physiotherapeut Christian Halbig mit den Athleten Idris Ibaev (links) und Christopher Kraemer. © Halbig
Christopher Kraemer vom TSV Westendorf hat den Großen Preis von Deutschland auf dem vierten Rang beendet. Der 30-Jährige absolvierte in Dortmund nur zwei Kämpfe. Aufgrund von Schulterproblemen trat der Griechisch-Römisch-Spezialist die entscheidenden Duelle nicht mehr an. Besser lief es dagegen für Idris Ibaev. Der Burghauser holte sich in NRW die Bronzemedaille.
Wie schon bei seinen letzten internationalen Auftritten hatte das Burghauser Aushängeschild kein Glück bei der Auslosung. Im Eröffnungskampf traf Ibaev auf den bärenstarken Ungarn Levente Levai. Bereits beim Ranglistenturnier in Budapest verlor der DRB-Kaderathlet dieses Duell deutlich. Wenngleich er sich besser auf den körperlich starken Ungarn einstellen konnte, unterlag er dieses Mal erneut – bei seiner 2:6-Punktniederlage bot er allerdings eine klar verbesserte Leistung und konnte das Kampfgeschehen lange offen gestalten. Levai punktete seinerseits im Bodenkampf, dem Burghauser gelang bei einem seiner gefürchteten Ausheber hingegen nur eine Ein-Punkt-Wertung. Da Levai der Finaleinzug gelang, erhielt Ibaev in der Hoffnungsrunde nochmals die Chance auf die Bronzemedaille – und diese nutzte er sehenswert. Gegen den Deutschen Radu Placinta setzte sich der Burghauser klar mit 5:2 nach Punkten durch, sodass er im kleinen Finale auf den Serben Alexandar Ilic traf, der zuletzt beim Grand Prix von Spanien mit einer Silbermedaille für Aufsehen sorgte. Doch gegen Idris Ibaev, der von der ersten Sekunde an voll konzentriert zu Werke ging, gab es für den Serben dieses Mal nichts zu holen: Mit einem glatten 9:0-Sieg setzte sich Idris Ibaev souverän durch.
Christopher Kraemer ging im Limit bis 67 Kilo auf die Matte. Zum Auftakt traf der amtierende deutsche Einzelmeister auf den Bulgaren Grisha Nazaryan, den er in einem punktereichen Duell am Ende mit 8:8 besiegen konnte. Der TSV-ler hatte in der Gesamtheit höhere Wertungen als sein Gegner eingefahren. „Das war irgendwie ein komischer Kampf. Normalerweise gebe ich nie so viele Punkte ab“, bilanziert Kraemer, der zwischenzeitlich deutlich geführt hatte. In seinem zweiten Turnierkampf setzte sich der Westendorfer mit 6:2-Wertungspunkten gegen den Südbadener Lukas Benzing durch. Aus Sicht von Kraemer sei er in der sechsminütigen Kampfzeit präsenter gewesen.
Dennoch konnte er aufgrund von Schulterproblemen, die nach diesem Duell aufkamen, nicht mehr weitermachen. „Das Risiko, dadurch einen möglichen WM-Start aufs Spiel zu setzen, war mir dann doch zu groß“, so Kraemer. Noch während des Großen Preises begab sich der Westendorfer in die Hände von Physiotherapeut Christian Halbig. Der Ostallgäuer betreut bei großen Turnieren stets die DRB-Athleten.
Unterdessen steht die WM-Vorbereitung weiterhin im Fokus von Christopher Kraemer. Aktuell fährt der 30-Jährige einen Gang herunter, hält sich weiterhin konditionell fit. „Die Schulter muss erst wieder stabil sein, dann greife ich wieder an.“ Für Ende August steht der Ostallgäuer zumindest bei den Polen Open in Warschau im Aufgebot des Deutschen Ringer-Bundes. Hoffentlich verwehrt ihm die Schulterverletzung nicht den Einsatz.


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