Der ganz große Coup ist am Ende ausgeblieben. Bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften der Griechisch-Römisch-Spezialisten in Hohenlimburg und der Freistiler in Rimbach hat es die so gewünschte Goldmedaille für den Bayerischen Ringer-Verband nicht gegeben. Allerdings holten die Athletinnen und Athleten in Rimbach deren vier Vizetitel, während in NRW nur zwei bayerische Ringer Edelmetall gewannen.

Das BRV-Team in Rimbach mit Marcel Fornoff (rechts im Bild) und den Landestrainern Alexander Michael (links), Alp Senyigit (2.v.l.) und Rudolf Gebhard. © BRV

„Es war eher ernüchternd“, bringt es Marcel Fornhoff auf den Punkt. Obwohl am Ende für die BRV-Freistiler Platz zwei in der Länderwertung heraussprang, ärgerte sich der hauptamtliche Freistil-Landestrainer über zwei verloren gegangene Duelle um Gold besonders. Johannes Mayer (Kelheim), Vize-Europameister von 2021, kassierte bis 92 Kilo eine unglückliche Schulterniederlage gegen Kiril Kildau (KSK Neuss). Der Nürnberger Adrian Barnowski führte im Finale gegen seinen Widersacher Simon Monz (Riegelsberg) zwischenzeitlich mit 10:2-Wertungspunkten, war nur eine Aktion von Gold entfernt, da nutzte der Saarländer einen Beinangriff, der mit einer Vierer-Wertung belohnt wurde, zum zwischenzeitlichen 10:6. Doch dieser Befreiungsschlag für Monz war der Knockout für Barnowski. Der Kaderathlet aus dem Bundesstützpunkt Nürnberg verletzte sich bei dieser Aktion an den Rippen, musste behandelt werden. Der 18-Jährige kam nicht mehr auf die Füße und gab das Duell noch mit 10:18 ab. Eine gute Leistung zeigte Ewald Stoll (97 kg). Der Nürnberger, einer von zwei Kadetten, überraschte mit dem Vizetitel. Für Marcel Fornoff sei es aber trotzdem ein „gebrauchtes Wochenende“. Es fing schon vor den nationalen Titelkämpfen an. Yusuf Senyigit (Nürnberg Grizzlys) erlitt im Training eine Gehirnerschütterung und musste sogar stationär im Krankenhaus bleiben. Plante der BRV doch im Vorfeld mit ihm ebenfalls eine Medaille in Rimbach ein. Der Nürnberger Daniel Walter (61 kg) verlor das kleine Finale um Bronze, sein Vereinskollege Julian Edel holte sich im Limit bis 57 Kilo den siebten Platz. Mit dem gleichen Resultat beendete Martin Bauer (65 kg/SC Anger) das Turnier im Odenwald. Luca Bauer (74 kg/ASC Bindlach) scheiterte vorzeitig. Den undankbaren vierten Platz holte sich Ergodan Güzey (86 kg/Nürnberg Grizzlys). „Nicht alle Trümpfe haben gestochen“, so BRV-Vizepräsident Sport Florian Geiger in seiner Bilanz. „Mit dem zweiten Platz der Junioren und Rang drei bei den Juniorinnen in der Länderwertung müssen wir uns aber nicht verstecken.“

Silber und Bronze

Zwei Medaillen gab es auch für die Juniorinnen in Rimbach. Adelheid Przybylak vom 1. AC Regensburg gewann im Limit bis 57 Kilo den Vizetitel, während sich Leonie Mayr (53 kg/SV 29 Kempten) die Bronzemedaille erkämpfte.

Zweimal Edelmetall

Über 250 Kilometer entfernt gingen zeitgleich die Griechisch-Römisch-Spezialisten des BRV in Hohenlimburg (NRW) auf die Matten. Auch hier gab es keine Jubelstürme. Michael Steiner (TSV Westendorf) und Michael Janot (Nürnberg Grizzlys) holten die einzigen Medaillen für Bayern. Gerade diese beiden Ringer überzeugten Matthias Fornoff. „Michi hat ein klasse Technikprofil. Allerdings muss er sich im Kraftbereich weiterentwickeln. Das ist ausbaufähig“, macht der hauptamtliche Landestrainer für den griechisch-römischen Bereich deutlich. „Wer mich ebenfalls überzeugt hat, ist Johann Engelhardt. Er hat ein super Turnier gerungen und eine Topleistung abgerufen“, so Fornoff über dessen fünften Platz. Eigentlich ist der Burgebracher noch im Kadettenbereich. Keine Chance hatte Niclas Gaa (TSV Westendorf), der all seine Kämpfe im Limit bis 60 Kilo verlor und dabei überhaupt keinen technischen Punkt erzielte. Benedikt Rothe (72 kg/SC Anger) kam auf Rang zehn. Lennart Bieringer (TSC Mering) und Franz Fröhlich (SC Anger) spielten im Limit bis 77 Kilo keine Rolle bei der Vergabe um Medaillen, ebenso Dawid Walecki (TSV Aichach) und David Hilpert (TSV Weißenburg, beide 87 kg). Der Aichacher Maximilian Iftenie (97 kg) wurde fünfter. Das gleiche Ergebnis heimste der Regensburger Anton Stiglmaier im Schwergewicht ein.

 

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