Seltener Besuch in Westendorf: Matthias Fornoff, hauptamtlicher Landestrainer des Bayerischen Ringer-Verbandes (BRV), hat sich am vergangenen Samstag viel Zeit genommen, um sich mit beiden Cheftrainern des TSV Westendorf, Matthias Einsle (Freistil) und Maximilian Goßner (Griechisch-Römisch) auszutauschen. Beide Übungsleiter sind parallel auch noch für den BRV tätig.

Matthias Fornoff vor dem Landesstützpunkt Schwaben in Westendorf. © Stefan Günter

Seit Anfang Januar 2020 ist Westendorf einer von insgesamt sechs bayerischen Stützpunkten im Freistaat. Von Anfang an zeichnet sich Matthias Einsle als Stützpunktleiter in Schwaben verantwortlich. Ihm zur Seite steht seit kurzer Zeit Maximilian Goßner als Leistungssportkoordinator für den südbayerischen Raum. „Max war mein Wunschkandidat. Ich bin froh, dass sich der BRV für ihn entschieden hat. Er passt menschlich ins BRV-Trainerteam“, so Matthias Fornoff. Dessen Intention ist klar: „Ziel muss sein, dass Maximilian Goßner in Schwaben die Griechisch-Römisch-Ringer nach vorne bringt. Dafür ist er in meinen Augen unersetzlich“, so der 58-jährige Übungsleiter aus Bayreuth. Die Kombination Goßner/Einsle sei für den BRV gewinnbringend. „Früher oder später werde ich mich mehr ums Organisatorische kümmern und die jungen Trainer, wie eben ein Maximilian Goßner bekommt dann mehr Verantwortung.“ Es sei großartig, junge Trainer zu haben, die selbst mit neuen Ideen aufblitzen und eine herausragende Einstellung zum Ringkampfsport haben. Was Fornoff auch unterstreicht, ist das harmonische Miteinander und das Ziel, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. „Wir lassen im Kadettenbereich und bei der B-Jugend keinen jungen Ringer Gewicht machen und werden sie auch nicht verheizen.“

Auch Matthias Einsle zieht nach dem mehrstündigen Gespräch mit Matthias Fornoff ein mehr als positives Fazit: „Es war toll, dass es Matthias Fornoff zeitlich geschafft hat, uns in Westendorf zu besuchen“, verweist er dabei auch auf die nicht gerade einfache Situation der Ringer. Nicht alle heimischen Athleten des TSV dürfen nämlich am Stützpunkt trainieren. Das ist nur den Landeskaderathleten vorbehalten, die aus ganz Schwaben zu den geplanten Einheiten im Bürgerhaus Alpenblick erwartet werden. Selbst sie haben dann große Hürden zu überwinden. Denn Sicherheit geht in Corona-Zeiten vor.

Großes Thema der Unterredung war und ist die sportliche Perspektive für die Ringer in Corona-Zeiten. Bis zum 9. Mai ist weiterhin Mannschaftssport in Bayern untersagt. Auch dann sind sich die Ringer bewusst, dass sie sich weiterhin in Geduld üben müssen, bis alle Athleten wieder den Gang auf die Matte tätigen können. „Unsere Sportler brauchen ein Ziel. Das ist vehement wichtig“, so Matthias Einsle. Ob die Pandemie Landesmeisterschaften im Freistaat zulassen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt mehr als fraglich. „Wir sind überzeugt, dass zumindest Deutsche Meisterschaften stattfinden werden. Gerade für die jungen Sportler ist es wichtig, damit sie ein Ziel verfolgen. Keiner weiß, ob eine Liga-Saison im Herbst stattfinden wird“, führt Matthias Einsle aus. Die Corona-Zeiten bringen sämtliche Planungen durcheinander. Während die Meisterschaften der Kadetten Ende August terminiert sind, geht es für die B-Jugend erst im Oktober um Medaillen. „Wir haben mit Max Möller, Noah Völk, Luis Wurmser, Niklas Steiner und Patrick Meichelböck bei den Freistilern sowie Benedikt Gansohr und Max Prestele im griechisch-römischen Stil insgesamt sieben Kadetten in der engeren Auswahl. Wer es letztlich schafft, nominiert zu werden, steht auf einem anderen Blatt Papier“, betont Matthias Einsle. Schwieriger gestaltet sich die Situation in der Altersklasse B-Jugend, um die 13- bis 14-Jährigen aufzufangen. Selbst ihnen fehlen aufgrund Corona optimale Trainingsbedingungen. „Wir müssen schauen, dass unser Nachwuchs gezielt gefördert wird. Was nutzt die beste Technik, wenn sie keine Kraft-, Schnelligkeit-, Ausdauerfähigkeiten sowie Beweglichkeit haben. Das können sie gerade in der Corona-Zeit antrainieren“, so Fornoff.

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