Die Deutschen Juniorenmeisterschaften im griechisch-römischen und freien Stil, die am vergangenen Wochenende in Plauen (Sachsen) und Waghäusel-Kirrlach (Nordbaden) ausgetragen wurden, sind Geschichte. Jetzt laufen die Analysen. Für Florian Geiger sind beide Turniere nicht optimal verlaufen. „Ganz zufrieden bin ich nicht. Ich habe eigentlich mit mehr Medaillen gerechnet“, war für den BRV-Vizepräsidenten für Sport der Anspruch schon etwas höher. „Viele Ringer, die in der Favoritenrolle waren, sind am Ende durchgefallen. Da haben wir schon Nachbesserungsbedarf“, verweist Geiger hier auf die Turnierauswertung mit den Landestrainern.

In Plauen standen mit Jonas Lenz (55 kg/SV Untergriesbach) und Lukas Fleischer (130 kg/ASV Hof) zwei Bayern im Finale. Beide verloren am Ende, wobei der hauptamtliche Landestrainer, Matthias Fornoff, phasenweise die Leistung der Kampfrichter im Nachgang kritisiert. „Die Mattenleiter haben Jonas Lenz den Sieg genommen. Das ist für mich unverständlich, wie das hier gelaufen ist.“ Die Kampfrichter haben keinen Mut gezeigt, insbesondere in den Spitzenkämpfen. „Leider wurde Jonas um sein Ziel gebracht, Gold zu holen“, merkt Fornoff an. Trotz alledem hebt der Landestrainer die starke Leistung des Untergriesbachers hervor. Pech hatte auch im Viertelfinale Anthony Sanders (72 kg/ESV München-Ost), der dem späteren Deutschen Meister, Erik Löser (RSK JK Gelenau), knapp mit 3:4-Wertungspunkten unterlag. Er hatte dann noch Glück, dass er sich über die Hoffnungsrunde wieder zurückkämpfte und am Ende Bronze holte. „Es ist leider sehr bitter. Über eine Verwarnung wurde der Kampf gegen Löser entschieden“, bilanziert Fornoff. Sehr überrascht zeigt sich der Landestrainer über den Auftritt von Süleyman Yildirim. Der Hofer gewann im Limit bis 63 Kilogramm die Bronzemedaille. Derweil haben ihn zwei Allgäuer Ringer besonders beeindruckt: Axel Bückle (97 kg) vom SV 29 Kempten habe tolle Kämpfe gezeigt. „Er hat Akzente gesetzt, weil er ringen wollte“, verweist er auch auf die Bronzemedaille des Westendorfers Felix Kiyek (87 kg). „Er hat Max Glok mit 9:0 weggeputzt und auch Conor Sammet besiegt. Felix hat so befreit gerungen. Mental war er einer der stärksten Athleten. Wenn er sich weiter so entwickelt, kann er ein ganz Großer werden“, so Matthias Fornoff über den Ostallgäuer.

Nur um zwei magere Punkte ist Bayern in der Länderwertung am dritten Platz vorbeigeschrammt. „Wir müssen nur aufpassen, dass wir nicht den Anschluss verlieren. Denn die Junioren, die nächstes Jahr in den Männerbereich wechseln, werden es definitiv nicht leicht haben“, so die Erkenntnis des Landestrainers aus Bindlach.

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Team Bayern in Plauen. Foto: BRV

Gold in Kirrlach

Die einzige Goldmedaille im Juniorenwettbewerb holte aus bayerischer Sicht Niklas Stechele vom TSV Westendorf. In Kirrlach gewann er nicht nur souverän seine Poolkämpfe, sondern ging auch im Finale gegen seinen Widersacher, Nico Megerle (ASV Urloffen) über die gesamte Wettkampfzeit ein volles Tempo. „Das war ein Kampf auf einem sehr hohen Niveau. Beide Ringer kennen sich. Niki war dabei sehr clever, hat überlegt gerungen und in den entscheidenden Situationen auch die Wertungen gemacht“, lobt Marcel Fornoff, hauptamtlicher Landestrainer im freien Stil. Mit dem zweiten Platz muss sich Johannes Mayer zufriedengeben. Der Kelheimer verlor im Limit bis 92 Kilogramm zweimal gegen Ertugrul Agca (TV Essen-Dellwig), wobei laut Marcel Fornoff das Finale auch zu Gunsten des DRB-Kaderathleten aus Niederbayern hätte laufen können „Johannes muss im technischen Bereich noch an sich arbeiten“, analysiert der BRV-Landestrainer, freut sich aber über den Vizetitel. Für Mayer ist es übrigens das erste Juniorenjahr. Besonders die Kadetten, die bei den Juniorentitelkämpfe in Kirrlach auf die Matte gingen, überraschten. So auch Yusuf Senyigit. Der Nürnberger, der in der Gewichtsklasse bis 97 Kilo an den Start ging, holte sich die Silbermedaille. „Das ist ein super Ergebnis. Er ist die Überraschung des Turniers“, deutet Marcel Fornoff nur auf die beiden deutlichen Niederlagen gegen Alexander Biederstädt (1. Luckenwalder SC), merkt aber an, dass er nach drei Siegen souverän den Grundstein für den Finaleinzug legte. Adrian Barnowski (61 kg) zeigte einen aggressiven Kampfstil. Für ihn sei der dritte Platz ein super Ergebnis. Der Akteur der Johannis Grizzlys verlor nur gegen den späteren Deutschen Meister, Purya Jamali-Esmaeili-Kandi (TV Aachen-Walheim). Ihr ersten Titelkämpfe bei den Junioren hatten David Hilpert (86 kg/TSV Weißenburg) und Fabian Thumshirn (79 kg/ASV Neumarkt). Florin Teschner vom SC Isaria Unterföhring (70 kg) scheiterte in der Hoffnungsrunde.

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Niklas Stechele (TSV Westendorf, 3.v.r.) gehört zu den Siegern der Titelkämpfe von Kirrlach. Foto: Thomas Stechele

In der Länderwertung kam Bayern mit 49 Punkten auf Rang drei. „Dadurch, dass wir mit elf Teilnehmern angetreten sind, ist das schon ein super Gesamtergebnis“, bilanziert Marcel Fornoff.

Eine Medaille

Sechs Teilnehmerinnen schickte der BRV bei den Juniorinnen auf die Matte. Im leichtesten Limit holte Sina Egger (46 kg/TSV Sulzberg) die einzige Medaille. Am Ende wurde es Bronze. Tina Zellner vom SC Anger verlor das kleine Finale gegen Lissy Bielau (Eisenhüttenstädter RC 74) nach technischer Überlegenheit. Keine Rolle um die Vergabe bei den Medaillen spielten Adelheid Przybylak (57 kg/1. AC Regensburg), Verena Wimmer (62 kg/TSV Berchtesgaden) und Sabrina Wiederhold (62 kg/TSV Kottern). Valeria Raisch (SC Anger) gewann im Limit bis 76 Kilo den vierten Platz, konnte einen von insgesamt vier Kämpfen für sich entscheiden.

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Team Bayern in Kirrlach. Foto: Birgit Wiederhold/BRV

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