| 22. Hoffnung |
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Erst
im Jahr 1996 konnte Bayern wieder die Länderwertung im Nachwuchsbereich
gewinnen. Man sah wieder Licht am Ende des langen Tunnels. Dank der
Ausnahmeringer Joseph Gruber, Florian Wagner, Sebastian Thurnhofer und
Markus Niedermair konnte auch der SV Siegfried Hallbergmoos mit
Einzelmedaillen und dem erneuten Gewinn der Deutschen C-Jugend
Mannschaftsmeisterschaft sein Scherflein dazu beitragen. Das
Thema „Dem Talent eine Chance“ packte der BRV 1996 beim Schopf und
hofft nach der Jahrtausendwende auch bei den Männern wieder im Konzert
der großen Landesverbände den Ton angeben zu können. 1997 und 1998
wurde dieser Weg fortgesetzt und der BRV-Nachwuchs schaffte seinen Höhepunkt
in Bad Kreuznach. Am 5.4.1998 standen sechs Bayern im Finale bei der
Freistil C-Jugend DM und fünfmal verließen sie die Matte als Sieger.
Bei der einzigen Niederlage stammten der siegreiche Kontrahent und der
Zweitplazierte allerdings aus Hallbergmoos und waren somit auch
Vertreter des BRV. Die Übermacht der Bayern wirkte auf die anderen
Landesverbände erdrückend, da zeitgleich in Bayreuth bei der gr.-röm.
DM weitere drei BRV-C-Jugendringer den Titel holten. An einem Tag neun
Titel war schon eine einmalige Erfolgsbilanz die Hoffnung macht.
Herausragend waren hierbei Heinz Marnette (Anger) und Thomas Sedlmeyer
(Hallbergmoos). Beide konnten den Erfolg aus 1997 souverän wiederholen.
Von Heinz Marnette Junior erwarte ich in der Jugend einen
internationalen Erfolg. Der Gymnasiast vom Jahrgang 1984 hat alle
Voraussetzungen hierfür. Sowohl körperlich als mental ist kein
Jugendringer so dominant wie er. Bei den Männern muß man auf einen
Erfolg von Marnette hoffen und einfach abwarten. Hoffen wird ja wohl
noch erlaubt sein.... Bei der
Deutschen Meisterschaft der C-Jugend standen 1998 neben
Marnette mit Alexander Fichter (RSC Rehau 41 kg) und Martin Preiß
(ASV Hof 45 kg) zwei Oberfranken auf dem Meisterfoto bei den Klassikern
.
Foto aus Bayreuth: Hinten rechts Martin Preiß, vorne kniend als zweiter von links Heinz Marnette und rechts daneben Alexander Fichter. Gleiches
wurde bei der B-Jugend DM 1998 im Freistil erreicht. Stefan Hartan aus
Lichtenfels in 52 kg (direkt neben Bundesnachwuchstrainer Benno
Paulitz),der Hofer Andrej Kerps in 83 kg und Schwergewichtler Fabian
Erdenkäufer von 04 Nürnberg gewannen drei Titel für den BRV.
Foto aus
Werdau: zweiter von links Steffen Hartan, dritter von links Andrej Kerps
und fünfter Fabian Erdenkäufer. Mit
der Volksschule Eching errang Lehrer Sepp Fritsch 1998 die
Landesmeisterschaft im Schulringen bei der Altersklasse II (bis 17
Jahre). Es waren natürlich überwiegend Jugendringer aus Hallbergmoos
in der Schulmannschaft von Eching. Die Realschule Alzenau hatte keine
Chance gegen Sedlmeyer, Thurnhofer und Co. Ein
wahres Stelldichein von Deutschen Jugendmeistern gab es am 21.2.1999 bei
den Bayerischen A-Jugend Mannschaftsmeisterschaften in Hallbergmoos. Um
die Fahrkarte zur DM nach Gütersloh waren zwar nur sechs Vereine in der
Hallberghalle angetreten, doch diese waren alle hochkarätig besetzt.
Ich habe selten solch eine konzentrierte Vielzahl an spannenden Kämpfen
erlebt. Es war bedauerlich,
dass nur wenig Zuschauer und Funktionäre am Mattenrand saßen. Doch
wenn interessiert schon ein Vergleich der besten Deutschen Jugendringer? Bereits
in den Vorrundenkämpfen mußten Bundessieger Federn lassen.
04 Nürnberg konnte mit vier Deutschen Jugendmeistern nur Rang
vier belegen. Hof hatte ebenfalls ein Quartett Deutscher
Nachwuchsmeister dabei und zusätzlich noch einen Vizemeister. Der ASV
wurde dennoch nur Dritter. Favorit Anger hatte mit Kirchner, Helminger,
den Hoggerzwillingen, Marnette, Ortner, Wimmer und den „Köchen“
eine Topriege aufgeboten, scheiterte aber in einem spannenden Finalkampf
an Hallbergmoos. Vor eigenem Publikum waren die SV-Ringer wie entfesselt
und holten sich verdient die Bayerische Meisterschaft bei der A-Jugend.
Sollte im Frühjahr 1999 bei der DM nicht eine imaginäre WKG aus den
neuen Bundesländern antreten, so galt der SV Siegfried Hallbergmoos für
mich dort als Favorit. Allerdings
hätte vom Leistungsniveau jede andere Mannschaft die Fahrkarte nach Gütersloh
ebenfalls verdient. Vielleicht sollte man 1999 gleich mehrere
Mannschaften des BRV in Gütersloh an den Start gehen lassen. Doch Spaß
bei Seite, im Mai traf
leider meine Prognose ein und Hallbergmoos konnte seinen vierten Titel
nach 1966,1967 und 1968 in der A-Jugend nicht erringen. Der
Mannschaftstitel ging an eine WKG aus den neuen Bundesländern, die ich
zuvor noch bei keiner Einzel-DM gehört habe. Es war die WKG
Frankfurt/Eisenhüttenstadt. Sicherlich
gäbe es in der Geschäftsstelle des BRV noch interessante und wichtige
Unterlagen für diese noch immer sehr lückenhafte Chronik.
Doch weder der Präsident,
noch der Vize, noch die Statistikwartin
haben mir bisher eine einzige Zeile zukommen lassen. Obwohl ich diese
anfänglich nur fünf Seiten lange Aufzählung seit 1994 kostenlos an
interessierte Funktionäre und Sportler verteile, gab es weder vom früheren
noch vom jetzigen Präsidium eine Resonanz.
Ich werde aber meine Nachforschungen weiterhin unbeirrt
fortsetzen und bin noch immer auf die Mithilfe von anderen Vereinen
angewiesen. Inzwischen habe ich den vierten PC anschaffen müssen, um
die Dateien mit 1,2 GB unterzubringen. Sollten Sie, lieber Leser, über
eine alte Festschrift oder statistische Daten verfügen, so würde ich
gerne auch Ihren Verein oder Ihre Sportler mit Bericht und Foto hier präsentieren.
Noch ist genügend Speicherkapazität und Freude bei der Erfassung
vorhanden. 98
bayerische Vereine sind Mitglied beim selbständigen Bayerischen
Ringerverband. Der ASC Bindlach ist der jüngste Sprößling hierbei. Er
wurde im Februar 1999 beim BLSV aufgenommen und wird wohl auch dem BRV
beitreten. Einer Neuaufnahme steht jedoch prinzipiell auch eine Auflösung
entgegen. Zum 31.12.1998 haben die Ringer der
SpVgg Goldkronach das Handtuch geworfen. In die Jahrtausendwende
muß der BRV mit gemischten Gefühlen treten. 1999 nahmen nur 54 Männer
bei den Bayerischen Meisterschaften in Rehau teil. Vizepräsident Erich
Stanglmaier zog eine besorgniserregende Bilanz im Bayernsport vom
9.2.1999: „Im Feder-, Leicht- und Mittelgewicht haben wir spannende Kämpfe
gesehen, alle anderen Klassen waren einer Bayerischen Meisterschaft
nicht würdig.“ Man
muß ihm damit leider recht geben. Schon rein rechnerisch stand jeder
zweite Teilnehmer auf dem Podest. Doch außer Masse fehlt jetzt auch
noch die Klasse. Der 25fache Bayerische Meister Günther Kißner fehlte
ebenso in Rehau wie der 19fache Landessieger Thomas Killersreiter, um
hier nur zwei Beispiele zu nennen. Bedauerlich war, dass selbst im zuvor
stets stark besetzten C-Jugendbereich mit 75 Teilnehmern ebenfalls eine
Tendenz nach unten feststellbar war. Diese Zahlen sprechen für sich. Es
regt zum Nachdenken an, wenn zehn Kampfrichter und Funktionäre auf und
hinter drei Matten agieren und der Veranstalter muß bereits nach zwei
Stunden eine Matte für den Sportbetrieb schließen um eine frühzeitige
Siegerehrung zu verhindern. Vielleicht
werden auch diese beiden Altersklassen in ein paar Jahren auf einen
Wettkampftag zusammengelegt, um dem Ausrichter Kosten zu ersparen und um
zumindest ein Teilnehmerfeld von 100 Ringern erreichen zu können. Von
den Bezirksligen bis zur Oberliga wetteifern
zwischen Allgäu, Chiemgau, Fichtelgebirge und Spessart die Männer
um Auf- und Abstieg. Die im Jahr 1989 neueingeführte Jugend-Bayernliga
hat sich bewährt
und zumindest im Nachwuchsbereich läßt der BRV national und
international immer wieder aufhorchen. So schnell dürfte der Ringkampf
in Bayern also doch nicht untergehen. 120
Jahre Tradition verpflichten eben! Hier
die bayerischen Vereine in den jeweiligen Leistungsklassen zur
Jahrtausendwende auf dem Papier gedruckt zum Saisonbeginn in
alphabetischer Reihenfolge 1. Bundesliga (Fehlanzeige,
nur Mömbris als HRV-Verein) 2.
Bundesliga Süd-Ost
(7 von 10 Vereinen) SC
Anger, AC Bad Reichenhall , SV
Hallbergmoos, ATSV Kelheim, SC 04 Nürnberg, SV 07 Nürnberg
und TSV Westendorf Oberliga (8x) TSV
Aichach, TSV Berchtesgaden, SV W Burghausen, AC Lichtenfels, TSV
Schonungen, TV Traunstein, TSV Trostberg
und TV Unterdürrbach. Bayernliga (8x) SC
Anger II, SpVgg Freising, SV Hallbergmoos II,
ASV Hof, ATSV Kelheim II, SV
07 Nürnberg II, SC Unterföhring und TSV Weißenburg. Landesliga Nord: (8x) KSV
Bamberg, AC Lichtenfels II, ASV Neumarkt, VFL Neustadt/C., SC 04 Nürnberg
II, SC Oberölsbach, RSC Rehau und TSV Schonungen II. Landesliga Süd (8x) TV
Geiselhöring, SV Kempten, TSV Kottern, TV Miesbach, SV Mietraching, AC
Penzberg, SV Untergriesbach und
RG Willmering. Bezirksliga
Oberbayern/Schwaben (7x) ASV
Au, TSV Diedorf, TSC Mering, ESV München-Ost,
TSV St. Wolfgang, SC Unterföhring II und TSV Westendorf II. Bezirksliga Ndb./Opf - /Inn-Chiem (5x) SV
W Burghausen II, AC Bad Reichenhall II, AC Regensburg,, TV Traunstein
II, TSV Trostberg II Bezirksliga Mittelfranken (7x) TV
Erlangen, TSV Feucht, WKG Forchheim/Röthenbach, WKG Fürth/Cadolzburg, TV Unterdürrbach II,
TSV Weißenburg II und TSV Zirndorf. Bezirksliga
Ober-/Unterfranken (4x) AC
Bayreuth, ASV Hof II und RSC Marktleugast und ASV Münchberg. Kreisliga Obb./Schwaben (6x) SC
Armin/DJK Taufkirchen, TSG Augsburg, SpVgg Freising II, AC Penzberg II,
TSV Weilheim und TSV St. Wolfgang II Nur
Schülerstaffeln meldeten folgende fünf Vereine an: SG Moosburg, ASV Cham, TSV
Neustadt/D., ESV Neuaubing (WKG mit München-Ost) und der ASC Bindlach.
Gernlinden brachte wie Burgebrach
überhaupt keine Riege auf die Beine. Insgesamt beteiligten sich auf dem Papier
also 73 Staffeln an der Runde. Leider gab es mehrere Änderungen und Rückzüge:
Reichenhall startete für Unterföhring in der Bayernliga, Münchberg und Weilheim
zogen zurück und sieben weitere Männer- und Jugendmannschaften folgten noch im
Jahr 1999. Viele Traditionsvereine brachten 1999 keine zweite Mannschaft auf
die Beine. Hierzu gehörten Berchtesgaden, Mietraching, Unterföhring,
Unterdürrbach, Untergriesbach, Weißenburg und Willmering. Im Vergleich zum
Vorjahr ergab sich ein Minus von 12 Mannschaften oder 16 %. Im
Oktober 1999 stellte der BRV seine eigene Homepage vor. Unter www.brv-ringen.de kann sich seit diesem Zeitpunkt
jeder Ringerfan topaktuell per Mausklick informieren. Auch diese Chronik
befindet sich auf der Website. Der Hofer Sebastian Lares wurde als Referent für
Öffentlichkeitsarbeit ins Präsidium des BRV gewählt und übernahm die Betreuung
der Homepage. Stefan
Kinateder vom SV Untergriesbach zeigte Privatinitiative und erstellte unter www.ringen-aktuell.de eine weitere Website mit
interessanten Ringerneuigkeiten aus Bayern und Deutschland. Brandaktuell
berichtet er über nationale und internationale Ergebnisse auf seiner Homepage. Sehr
versöhnlich verabschiedete sich das Jahr 1999 von den bayerischen Ringerfans.
Der SV Hallbergmoos stieg unter der umsichtigen Leitung seines Vorstandes Josef Niedermair verlustpunktfrei als
Meister der 2. Bundesliga Süd in die 1. Liga auf. Bayern war dadurch wieder erstklassig.
In einer Verbindung von bayerischen Nachwuchsringern wie Dominik Zeh, Rainer
Morasch, Thomas Killesreiter, Wolfgang Wagner, Thomas Sedlmeier und
internationalen Spitzenringern wie Niklas Hentunen, Mohammad Babulfath, Ilja
Christodoulou und Tanyu Tanev war Hallbergmoos unschlagbar in der 2. Liga und
vielleicht kann der SV doch wieder an die glorreichen Zeiten aus den 70er
Jahren Anschluss finden. Der
TV Traunstein rückte als Oberligameister in die neue 2. Bundesliga Süd auf. Mit
Kelheim, Anger und den beiden Nürnberger Vereinen waren damit fünf bayerische Vertreter zusammen mit
fünf weiteren Vereinen aus Baden-Württemberg in dieser neuen Liga. Der DRB
hatte von vier auf drei Zweitligisten umgestellt und dafür die 1. Liga
zweigeteilt. |