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Strafbescheide

Beschluss in der Sache Ralph Riedel (TV Erlangen) wegen Tätlichkeit

In der Rechtssache gegen Ralph Riedel, TV Erlangen, Lizenznummer 2002 wegen grob unsportlichem Verhalten ergeht durch den Vorsitzenden des Landesrechtsausschusses I im Bayerischen Ringerverband, Andreas Tronsberg, folgender



Beschluss:

I. Der Ringer wird für die Teilnahme an Mannschaftskämpfen in bayerischen Ligen für zwei Wettkampftage gesperrt. Der Ringer ist damit ab dem 20.10.10.2018 wieder startberechtigt.
II. Der Ringer erhält eine Geldstrafe i.H.v. 100 €
III. Der Ringer trägt die Kosten des Verfahrens i.H.v. 10 €.

Gründe:

I.

Der Beklagte, Ralph Riedel startet unter der Lizenznummer 2002 für den TV Erlangen in der Bayernliga Nord. Bisher ist der Beklagte nicht durch Verstöße gegen die Strafordnung des BRV in Erscheinung getreten.

II.

Die Beweiswürdigung hat folgende Feststellungen ergeben:

Im Mannschaftskampf in der Ringer Bayernliga Nord, am 29.09.2018 des TV Erlangen gegen den TV Unterdürrbach, trat der Beklagte in der Gewichtsklasse bis 75 kg A gegen den Ringer des TV Unterdürrbach Dominik Fleischmann an.

Bei einem Punktestand von 1:0 für den Beklagten nach Ende der ersten Runde, die von beiden Ringern hart und hitzig geführt wurde und Abpfiff des Kampfes durch den Kampfrichter Helmut Rösner hat der Beklagte seinem Gegen mit der Hand ins Gesicht geschlagen. Sofort im Gegenzug hat der Gegner seinerseits dem Beklagten ins Gesicht geschlagen. Nach Aussage des TV Unterdürrbach war nicht ganz eindeutig ersichtlich, ob sich die Ringer bei den Schlägen überhaupt „richtig“ getroffen haben. Das zur Verfügung gestellte Video lässt hierüber auch keinen Schluss zu.

Der Kampfrichter zeigte dem Beklagten und dessen Gegner daraufhin wegen einer groben Unsportlichkeit die rote Karte und disqualifizierte folgerichtig beide Ringer.

III.

Die Feststellungen des Rechtsausschusses beruhen auf den Angaben des Kampfrichters Helmut Rösner und den Angaben des Beklagten, welcher über den TV Erlangen eine kurze Stellungnahme per Email abgegeben hat. Der Gegner des Beklagten hat über den TV Unterdürrbach zu den Fall Stellung genommen.

Die Tat wird vom Beklagten nicht bestritten. Der Rechtsausschuss ist darüber hinaus aufgrund der durchgeführten Beweisaufnahme von der Schuld des Beklagten überzeugt.

Die vom Beklagten gemachten Angaben sind glaubhaft und stimmen im Wesentlichen mit den Angaben des Kampfrichters und dessen Gegners überein. Bedeutsam ist jedoch, dass die Anzeige wegen einer groben Unsportlichkeit erstattet wurde. Da es sich um einen Schlag handelte, stellt sich die Frage, ob hier nicht eine Tätlichkeit vorliegt. Es kann zwar nicht eindeutig festgestellt werden kann, ob die Schläge den Gegner hart getroffen haben, nach Aussage des Kampfrichters handelte es ich jedoch um einen Schlag ins Gesicht, was vom Beklagten auch nicht bestritten wurde. Ein Schlag, gleich ob hart oder nicht, stellt eine Tätlichkeit dar, welche dazu von dem Beklagten, der als erster geschlagen hat, initiiert wurde.

IV.

Der Beklagte war daher wegen einer Tätlichkeit gem. § 41 Strafordnung gegen seinen Gegner zu verurteilen.

Er hat den Tatbestand gem. § 41 der Strafordnung des BRV verwirklicht in dem seinen Gegner mit der Hand geschlagen hat.

Der Kampfrichter hat am 30.09.2018 (Eingang am 1.10.2018 per Post) gem. § 22 RO i.V.m. § 41 SO Anzeige beim Landesrechtsausschuss I i. BRV gestellt.

V.

Bei der Festlegung des Strafmaßes ist der Rechtsausschuss von folgenden Erwägungen getragen worden:

1. Erschwerende Umstände waren:

Der Beklagte hat als erster zugeschlagen. Eine Provokation durch dessen Gegner ist nicht ersichtlich.

2. Als mildernde Umstände sind zu berücksichtigen:

a) Der Beklagte ist erstmalig negativ in Erscheinung getreten
b) Der Schlag war als nicht sonderlich stark einzustufen.

Gem. § 41 der Strafordnung des BRV kann eine Tätlichkeit gegen Aktive mit einer Wettkampfsperre bis zu 24 Monaten und einer Geldstrafe bis zu 7.500 € geahndet werden.

Unter Zugrundelegung sämtlicher objektiver Tatsachen hat der Rechtsausschuss eine Strafe im unteren Teil des Strafrahmens gewählt. Es hat dabei aber auch berücksichtigt, dass dem Beklagten klar werden soll, dass Tätlichkeiten von der Sportgerichtsbarkeit nicht geduldet werden und ein Ringer, der an Wettkämpfen teilnimmt sich den Bestimmungen des Sportverbandes zu unterwerfen hat, wozu auch das „fair play“ gehört. Der Ringer mit Jahrgang 1992 sollte aufgrund seines Alters in der Lage sein, sich „im Griff“ zu haben. Daneben verursacht ein solches Verhalten eine schlechte Außenwirkung für den Ringkampfsport und dient als Negativbeispiel für anderer Ringer. Auch ist die Vorbildfunktion ggü. jüngeren Ringern nicht gegeben.

Das Strafmaß war daher nach Auffassung des Rechtsausschusses tat- und schuldangemessen.

Die Wettkampfsperre bleibt bei Nichtbezahlung der ausgesprochenen Geldstrafe auch über den 20.10.2018 hinaus bestehen und endet erst mit Bezahlung der Geldstrafe und der Verfahrenskosten (§ 13 Abs. 1 SO), jedoch nicht vor dem 20.10.2018.


Andreas Tronsberg
LRA I

 
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