Home » Archive 2013 » Nachgefragt bei Erich Stanglmaier
Nachgefragt bei Erich Stanglmaier Drucken

Stefan Günter    25.03.13

Der BRV-Vizepräsident für Sport spricht nach den Deutschen Freistil-Meisterschaften in Unterföhring Klartext:

Die Erwartungen hatte man auf Seiten des BRV vor den Deutschen Freistil-Meisterschaften schon nach unten geschraubt. Doch der erhoffte und zugleich gewünschte Titel bei den Herren und den Frauen blieb aus. Stefan Günter sprach mit Erich Stanglmaier.

 

Gibt es bei ihnen einige Sorgenfalten nach der DM in Unterföhring, die ohne einen Titel für Bayern zu Ende gingen?

 

Stanglmaier: "Eigentlich nicht. Die Erwartungshaltung im Vorfeld war nicht so hoch. Ich dachte zwar, dass sich Tim Schleicher vorne einordnen würde. Die jungen Wilden haben sich hier in Unterföhring ganz hervorragend präsentiert. Damit können wir eine neue Mannschaft aufbauen. Das stimmt mich sehr positiv".

 

Es gab hauchdünne Entscheidungen bei Ergün Aydin und Tim Schleicher. Wie beurteilen sie allgemein das Auftreten der bayerischen Ringer?

 

Stanglmaier: "Ich habe festgestellt, dass einige Athleten körperlich noch etwas tun müssen. Hier müssen wir den Hebel ansetzen. Wichtig, dass wir Lösungen, um vielleicht über Krafttraining oder auch andere Trainingsinhalte unsere Athleten stabiler zu machen".

 

Andi Walter (Unterföhring), Roman Walter (Hof) und Steve Masuch (Westendorf) sind bei der Heim-DM als "junge Wilden" aufgetreten. Sind diese Ringer die Zukunft im Freistil-Bereich?

 

Stanglmaier: "Ja genau, so sehe ich das. Ich will jetzt auch nicht mehr an den älteren Herrschaften festhalten. Sie bringen uns nicht mehr weiter, selbst wenn sie sich vorne platzieren. Die jungen Ringer haben jetzt noch ihren Juniorenwettkampf. Wir werden auch im kommenden Jahr wieder eine junge Truppe stellen".

 

Sind im Umkehrschluss die jungen Ringer noch bissiger und ehrgeiziger?

 

Stanglmaier: "Auf jeden Fall. Deshalb ist es so wichtig, dass Ringen aus dem olympischen Programm nicht gestrichen werden darf. Olympia ist für sie eine große Motivation. Wir müssen hier weiterkämpfen. Die Jungen haben ein Ziel vor Augen, ob sie es dann schaffen, steht auf einem anderen Papier".

 

Sprechen wir nur kurz den weiblichen Ringkampf an. Mit Katharina Baumgartner vom SC Anger gab es zwar mit dem Vizetitel die beste Platzierung aus bayerischer Sicht, doch so richtig freuen können sich darüber wohl nicht, oder?

 

Stanglmaier: "Wir haben im Frauenbereich in Bayern große Probleme. Sehr viele Ringerinnen, die von der weiblichen Jugend in den Seniorenbereich gewechselt sind, haben ihre Leistung nicht abgerufen. Gute Athletinnen haben dem Ringkampfsport den Rücken zugewendet und aufgehört. Auf uns wartet stets ein Neuanfang. Da besteht noch Handlungsbedarf".

 

 

 
Copyright © 2010 BRV. Alle Rechte vorbehalten.