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Nachgefragt beim SC Oberölsbach Drucken

Stefan Günter    11.12.11
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„Wir brauchen uns nicht zu fürchten“

SC Oberölsbach steigt ungeschlagen in die Oberliga auf – 2. Abteilungsleiter Reinhard Prem hin und weg nach der Bayernliga-Meisterschaft

  
Der SC Oberölsbach hat Vereinsgeschichte geschrieben. Die Oberpfälzer ließen in der laufenden Bayernliga-Saison die Konkurrenz hinter sich. Verlustpunktfrei mit 28:0-Punkten schraubte sich der SCO in Richtung Bayerische Ringer-Oberliga. Es ist lange her, dass Oberölsbach in Bayerns höchster Liga eine Marke war.
Stefan Günter sprach mit dem 2. Abteilungsleiter des SC Oberölsbach.

altEs ist ein grandioser Erfolg für den SC Oberölsbach, haben sie den Aufstieg überhaupt schon realisiert?

Prem:
„Teilweise ja, denn wir hatten ja eigentlich schon genügend Zeit um uns mit der Rolle des Aufsteigers anzufreunden. Es hatte sich schließlich schon in der Vorrunde abgezeichnet, dass wir mit dieser Mannschaft auf jeden Fall um den Meistertitel mitringen können, wenn wir nur einigermaßen vom Verletzungspech verschont bleiben. Spätestens nach den ersten Siegen gegen Hof und Freising war uns klar, dass dieses Mal der sportliche Aufstieg zur Oberliga greifbar nah sein würde“.

Dass es am Ende so deutlich war für euch - auf was führt dies zurück?


Prem: „Zum einen konnten wir uns gerade in den wichtigsten Gewichtsklassen optimal verstärken, zum anderen haben unsere eigenen Talente und Bestandsringer hervorragend mitgezogen. Es gab zwar schmerzliche Verletzungsausfälle, wie Leichtgewichtler Michael Gottschalk, aber letztendlich hielten sich diese gegenüber den Vorjahren glücklicherweise in Grenzen und konnten kompensiert werden. Durch unsere Neuverpflichtungen konnte unser Erfolgs-Coach Thomas Rößner nicht nur aus dem Vollen schöpfen, sondern konnte vor allem auch noch die Trainingseffizienz für die Stammringer steigern. Von einem Sebastian Krieger, der teilweise das Griechisch-Römisch-Training mit übernahm, haben einige profitiert, insbesondere Martin Kölbl, der dieses Jahr eine hervorragende Steigerung an den Tag gelegt hatte. Letztendlich darf man aber auch die hervorragende Infrastruktur innerhalb unseres Vereins nicht außer Acht lassen.

Es scheint so, dass die Ringer perfekte Bedingungen vorfinden.

Prem: „Unsere Ringer finden in der vereinseigenen Halle von der Sauna bis zum 400 qm großen Fitnessstudio alles vor was sie brauchen und erhalten auch sonst jegliche Unterstützung vom Gesamtverein. Mit Hans Maier als Co-Trainer und Physiotherapeuten im Rücken haben wir in Thomas Rößner einen sehr zuverlässigen und engagierten Trainer gefunden, der die Ringer seit langen Jahren auf seiner Seite hat. In der Abteilungsleitung mit Josef Geitner, Andreas Prem und Michael Merz ziehen alle gemeinsam an einem Strang und begegnen sich aber vor allem auch den Aktiven auf Augenhöhe“.

Bundesliga-Absteiger ASV Hof belegte nur den vierten Rang - wie ist diese Platzierung sportlich zu bewerten? Hattet ihr mehr von den Oberfranken erwartet?

Prem: „Wir hatten uns von den Oberfranken eigentlich deutlich mehr erwartet. Im Vorfeld rechneten wir sogar noch mit einem klaren Durchmarsch des ASV und hatten uns selbst eher an zweiter oder dritter Stelle gesehen. Teilweise standen sich die Hofer, warum auch immer, beim ein oder anderen Auswärtskampf vielleicht auch selbst mit ihrer Aufstellung im Weg. Den ein oder anderen Kampf hätte man mit entsprechender Investition sicher anders entscheiden können. Wir denken aber, dass Hof sich in den kommenden Jahren wieder enorm steigern wird. Der ASV hat einen sehr jungen und talentierten Kader und ist insofern enorm ausbaufähig. Verstärkt mit dem einen oder anderen Neuzugang und der alten Elite im Rücken wird Hof bald wieder nach oben marschieren“.

In der vergangenen Saison platzierte sich Oberölsbach mit 12:16 Punkten auf Rang fünf - wie ist dieser Sprung nun auf den ersten Platz einzuordnen?


Prem: „Letztes Jahr hatten wir mit unserem Stamm aus der Landesliga gerungen und konnten uns bis zur Saisonmitte auch gut neben Bindlach und Anger behaupten. Ab der Rückrunde brachen uns dann jedoch vor allem die Leistungsträger verletzungsbedingt weg und bereits sicher geglaubte Kämpfe gingen in die Hose. Mit dem fünften Platz waren wir angesichts des schlimmsten Verletzungspechs in unserer 30-jährigen Abteilungsgeschichte mehr als zufrieden. Den Leistungssprung in diesem Jahr kann man dahingehend sicher auch mit mehr Stabilität im Team, insgesamt durch unsere Neuzugänge erklären. Durch den breiteren Kader hat sich aber auch eine wachsende Konkurrenzsituation zwischen den Aktiven selbst ergeben. Wir hoffen dadurch das Niveau insgesamt anheben zu können um einerseits die Basis für die Aufgaben in der Oberliga zu schaffen, andererseits aber auch unsere Reserve baldmöglichst in die Landesliga zu führen um die Qualität von unten her zu sichern“.

Wie groß ist der Leistungsunterschied zwischen der Bayernliga und der Oberliga?


Prem: „Es gibt bereits jetzt erhebliche Unterschiede innerhalb der Oberliga. Bindlach und Anger sind sicherlich die größten Herausforderungen, eventuell sogar nicht zu knackende Nüsse. Vor den anderen Oberligisten brauchen wir uns wahrlich nicht zu fürchten. Mit dem Niveau, das wir uns in den letzten Jahren erarbeitet haben, sehen wir uns nächstes Jahr irgendwo im Mittelfeld der Oberliga wieder. Dass die Oberliga dabei einen großartigen Leistungssprung zur Bayernliga erfordere, glauben wir nicht. Das schwierigste war schon immer, erstmal den Aufstieg zu meistern“.
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