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Nachgefragt bei Guido Fischer Abteilungsleiter Johannis Nürnberg Drucken

Stefan Günter    10.12.11

„Es ist Zeit um etwas zu verändern“
Johannis-Ringerchef Guido Fischer im Interview - Nürnberger Oberliga-Mannschaft holt Meistertitel und steigt in die 2. Bundesliga auf

  
Es war bis zuletzt spannend in der Bayerischen Ringer-Oberliga. Am Ende lautete die Frage nur noch: Wer schafft den Sprung in die 2. Bundesliga? Johannis Nürnberg oder der ASC Bindlach. Das Rennen machten die Mittelfranken. Die routinierten Johanniser konnten zweimal in den Begegnungen gegen den Aufsteiger aus Bindlach die Matte als Sieger verlassen. Während das Hinrunden-Duell mit 22:13 an Nürnberg ging, ebnete der entscheidende letzte Kampf und der knappe 19:15-Sieg in Bindlach den Weg in die 2. Bundesliga. Guido Fischer, Ringer-Chef des SV Johannis Nürnberg im Gespräch mit Stefan Günter.

Was macht den Aufstieg der 2. Mannschaft in die 2. Bundesliga interessant?

Fischer: „Wir haben einige junge Ringer, die für die Erste Bundesliga noch zu schwach und für die Oberliga zu stark sind. Außerdem ist es dann für die Ringer der Ersten Mannschaft kein so großer Abstieg, wenn sie einmal in der Zweiten ringen müssen. Ein weiterer Punkt ist: Erfolg ist einfach schön. Schon wenn man sieht wie sich die Jungs gefreut haben als sie in Bindlach gewonnen haben“.

War im Vorfeld des letzten Kampfes klar, dass Johannis hoch will?

Fischer: „Natürlich! Sonst wären wir nicht mit einer starken Mannschaft nach Bindlach gefahren Wir haben unsere Sportler noch einmal in einer Sitzung zusammen geholt und vor allem sie waren es, die unbedingt den Aufstieg wollten. Und was sollten denn die Nachwuchssportler für Ziele haben, wenn wir vorschreiben, dass sie aber jetzt verlieren müssen. Wer weiß, vielleicht hätten uns einige Ringer auch verlassen, um in der 2. Bundesliga einem anderen Verein ringen zu können“.

Wollte Johannis Nürnberg mit dem Aufstieg seiner Zweiten Mannschaft ein Zeichen setzen?

Fischer: „Nicht absichtlich! Für uns haben wir irgendwann festgestellt, dass der Aufstieg möglich wäre und wer weiß, wann sich die Chance wieder einmal bietet. Die aktuelle Situation ist aber schon etwas traurig, wenn Vereine nicht mehr um den Abstieg kämpfen wollen, sondern frühzeitig aufgeben und andere Teams erst gar nicht aufsteigen möchten. Darum, wenn es etwas hilft und andere das als Zeichen sehen, ist es auch gut. Aber generell wäre es schon einmal an der Zeit, dass man sich zusammensetzt, um etwas zu verändern und zwar nicht nur in den Ligen“.

Sind zwei Mannschaften in der 1. und 2. Liga bezahlbar?


Fischer: „Ja, wenn man genug auf der Habenseite hat. Nein, jetzt einmal Spaß beiseite. Mömbris schafft den Spagat ja auch. Allerdings muss man schon sagen, dass wir etwas „aufsatteln“ müssen. Dieses Jahr mussten wir einen Konsolidierungskurs fahren. So wie es momentan ausschaut, haben wir das aber ganz gut hinbekommen. Wir haben unsere Mannschaft im Förderverein vergrößert und dieses Jahr im Hintergrund fleißig gearbeitet. Die ersten Erfolge sind jetzt schon sichtbar. Und mit dieser Erfolgsgeschichte sollte auch eine Stadt wie Nürnberg, die so stark vom Club geprägt ist, noch mehr auf uns aufmerksam werden“.


 
 
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