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Fred Albrecht sagt zum Abschied „Servus“ Drucken

Stefan Günter    13.12.09
Deutschlands höchster Ringkampfrichter geht
in den Ruhestand

 

Es war eine besondere Jahresabschlussfeier der Kampfrichtervereinigung beim SC 04 Nürnberg. Denn mit Fredi Albrecht haben der Bezirk Mittelfranken und der Bayerische Ringer-Verband seinen letzten internationalen Kampfrichter verloren. Altersbedingt scheidet Albrecht von der Kampfrichterbühne aus. „In seiner aktiven Zeit hat er sich durch seine Leistungen auf der Matte die höchste Anerkennung auf der ganzen Welt verdient. Fredi war und ist mit vollem Herzblut Kampfrichter - und wird es wahrscheinlich auch immer bleiben“. Helmut Rösner findet in seiner Laudatio die passenden Worte. Der Kampfrichterreferent im Bezirk Mittelfranken weiter: „Wir verbeugen uns vor ihm, denn keiner konnte ihm das Wasser reichen und es werden meiner Meinung nach sehr viele Jahre vergehen, bis ein würdiger Nachfolger gefunden sein wird“.

Seit mehr als 40 Jahren war er an der Weltspitze, jetzt ging Deutschlands höchster Ringkampfrichter Fredi Albrecht in den Ruhestand.

Bei acht Olympischen Spielen, 33 Weltmeisterschaften, 40 Europameisterschaften und unzähligen internationalen Turnieren stand er immer mittendrin auf der Matte. Er war zigfacher deutscher Meister, Vizeweltmeister und Vizeeuropameister.

Als Thüringer Urgestein aus Albrechts bei Suhl startete er 1972 erstmal als aktiver Ringer für die damalige DDR bei der Olympiade in München. Im Halbschwergewicht (griechisch-römischer Stil) belegte er Platz fünf. Zum zweiten Mal stand Fredi bei der Olympiade 1976 in Montreal (Kanada) auf der Matte. Fredi zählte bis 1979 zur absoluten Weltspitze.

Noch während seiner aktiven Ringerlaufbahn begann seine zweite Karriere, die des Kampfrichters. Im Jahr 1975 erwarb er die Kampfrichterbezirkslizenz. Zwei Jahre später folgte die Bundeslizenz. Als 30-jähriger ließ er die aktive Laufbahn langsam ausklingen und stieg schnell in den „Olymp“ der Ringrichter auf.

Sein erster großer Einsatz als Kampfrichter kam bei den Weltmeisterschaften 1981 in Skopie. 1984 folgte sein erster Einsatz bei den Olympischen Spielen in Los Angeles, bevor er 1988 nach Seoul reiste.

Nach der Wende wurde er vom gesamtdeutschen Ringerbund sofort wieder nominiert und stand als Unparteiischer bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona, 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney auf der Matte.

Etwas Besonderes war es für ihn bei seinen achten und letzten Olympischen Spielen 2004 in Athen dabei sein zu können. Des Weiteren war er von 1992 bis Juli 2009 stellvertretender BRV-Kampfrichterreferent und von 1997 bis 2001 Kampfrichterreferent im Bezirk Mittelfranken. Darüber hinaus erhielt Fred Albrecht, der seit 1989 in Veitshöchheim (Würzburg) wohnt, auch außergewöhnliche Auszeichnungen: 1988 wurde ihm bei der Olympiade in Seoul für seine tollen Leistungen die „Goldene Pfeife“ verliehen. Zum Abschluss der WM in Baku 2007 gab es durch die FILA auch noch den „Goldenen Stern“. Nach 35 Jahren Kampfrichter, davon 30 Jahre mit internationaler Lizenz der höchsten Kategorie, muss er nun leider „Servus“ sagen.
 

 
 
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