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„Wir sind zurück!“ Drucken

Stefan Günter    06.12.09
Nach überlegener Bayernliga-Runde ist Unterföhring wieder in der Oberliga

Selbst Erich Stanglmaier hätte damit nicht gerechnet, dass Isaria Unterföhring so deutlich die Konkurrenz hinter sich gelassen hat. „Das war eine sehr stabile Mannschaftsleistung. Der SC hat in dieser Saison eine gute Mannschaft gehabt“, schreibt der BRV-Vizepräsident für Sport den Oberbayern ein perfektes Zeugnis für die gezeigte Leistung in den 14 Kämpfen aus. Freude nach dem letzten Heimkampf der Unterföhringer. Party pur. Fans und Ringer waren in Feierlaune. Stefan Günter sprach mit Vereinschef Georg Daimer und Cheftrainer Andreas Walter.

Die Meisterschaft ist unter Dach und Fach. Dass es so souverän gelaufen ist, hättet ihr das vor der Saison gedacht?

Georg Daimer: Nach dem Mannschaftsturnier in Kriessern und dem überlegenen Sie gegen Penzberg bei diesem Turnier dachte ich schon dass wir unser Ziel Aufstieg erreichen. Aber mit dieser Überlegenheit habe ich wirklich nicht gerechnet.

Andreas Walter: Dass wir es ohne Niederlage geschafft haben, damit konnten wir einfach nicht rechnen. Wir haben gehofft vorne zu landen. Das war unser Ziel. Wir haben natürlich von den Niederlagen der anderen Mannschaften profitiert, die sich gegenseitig die Punkte genommen haben. Das war natürlich nicht abzusehen.

War jetzt Unterföhring zu überlegen oder die Gegner zu schwach? Das Geheimnis des Erfolgs?

Georg Daimer: Die Überlegenheit täuscht ein wenig. Es waren sehr viel spannende Kämpfe dabei, die wir aber letztendlich meist für uns entscheiden konnten, so dass jeweils so ein deutliches Mannschaftsergebnis zustande kam. Das Geheimnis des Erfolges ist für mich - dass die ganze Mannschaft einfach wollte und das wollen noch nie so klar von allen so klar gelebt, trainiert und letztendlich auch im Kampf gerungen wurde! Der Erfolg hat viele Väter, einer davon ist aber mit Sicherheit unser Cheftrainer - da bleibt mir nur zu sagen - Respekt und Danke - eine großartige Teamleistung

Andreas Walter: Zu schwach würde ich jetzt nicht sagen. Wir haben einfach eine konstante Leistung über die gesamte Wettkampfzeit abgeliefert und gebracht. Einen wesentlichen Anteil hatte auch die 10-wöchige Vorbereitungszeit. Darüber hinaus sind wir auch vom Verletzungspech verschont geblieben. Die anderen Mannschaften wie unter anderem Traunstein und Freising sind selten in Bestbesetzung angetreten, sonst wäre es schon durch aus knapper geworden. Um auf das Geheimnis unseres Erfolgs zu kommen: Die Arbeit der letzten 15 Jahre ist der springende Punk. Die Ringer, die wir aus den Bambinis rausgezogen haben, stehen jetzt in der ersten Mannschaft. Wir sind wieder zurück!

Nach dem Abstieg in die Bayernliga - in welcher Verfassung war die Mannschaft vorzufinden?


Georg Daimer: Aus meiner Sicht von Anfang an gut, wir hatten bereits am Ende der Saison fast die ganze Mannschaft auf die neue Saison eingestimmt. Mit dem Zugang von Thomas Leffler hatte ich das Gefühl, er war der Funke in der schwebenden Gaswolke über der Mannschaft

Andreas Walter:
Auf einer kurzen Enttäuschung folgte ein regelrechtes Aufbäumen. Ich habe die Jungs unter meine Fittiche genommen, was auch ein Motivationsschub die Folge war. Fakt ist, wir wollten natürlich gleich wieder aufsteigen, was allerdings nicht geschafft wurde. Die beiden Jahre in der Bayernliga sehe ich definitiv nicht als verlorene Jahre. Die Jungs haben in diesem Zeitraum das Siegen gelernt. Es hat ihnen gut getan, ja natürlich auch Spaß gemacht.

Was gibt euch die Zuversicht, dass die Jungs in der Oberliga wieder Fuß fassen?

Georg Daimer: Der momentane physische und psychische Zustand. Die Jungs strotzen nur so vor Selbstbewusstsein, Kraft und Kondition.

Andreas Walter: Wir wollen natürlich oben mitmischen. Das erklärte Ziel ist es, im vorderen Tabellendrittel dabei zu sein. Von einer zusätzlichen Verstärkung werden wir wohl keinen Gebrauch machen.

Vor zwei Jahren hieß es, man wolle am Jugendkonzept festhalten, auch nach dem Abstieg. Seid ihr der Devise treu geblieben?

Georg Daimer: Ja, auf alle Fälle. Der allergrößte Teil der Mannschaft setzt sich aus unserem eigenen Nachwuchs zusammen. Der Neuzugang von Dyonisos Safaridis war nicht geplant. Er trainiert ja schon seit mehreren Jahren bei uns, da er in München wohnt. Dass er zu uns wechselt habe ich selber auf der Website seines bisherigen Vereins unter Abgänge gelesen als ich nach der genauen Vereinsanschrift suchte. Thomas Leffler war ein echter Glücksgriff, der kam wegen seiner Freundin Beate, die bei uns trainiert, nach München. Beide Zugänge sind menschlich und kameradschaftlich wirklich Erste Klasse.

Andreas Walter: Die Aufstellung mit den ehemaligen Schülerringern hat gezeigt, dass wir den richtigen Weg gegangen sind. Sie sind nicht nur in der Mannschaft gestanden, sondern haben auch ihre Kämpfe gewonnen. Die Talente haben den Sprung in die Mannschaft geschafft. Unterm Strich war es eine rundum gelungene Sache.

Hat sich eurer Meinung nach die Oberliga seit dem Abstieg des SC in die Bayernliga verstärkt?


Georg Daimer: Nein, das glaub ich nicht. Mir sind die Bundesliga-Reservemannschaften immer wieder suspekt. Man kann sich nie sicher sein wie die auflaufen. In diesem Jahr offensichtlich wirklich als Reservemannschaften.
Wir schau’n aufs nächste Jahr.

Andreas Walter: Da muss ich dem Georg zustimmen. Mit den Reserve-Teams ist das wirklich so eine Sache. Die können sich auch richtig stark machen. Penzberg als Oberliga-Aufsteiger hat es vorgemacht, wie weit sie am Ende oben gelandet sind. Wir können da auf jeden Fall mithalten. Wir werden mit Absicht nicht die Handbremse ziehen. Mein sportliches Ziel muss sein, das Erreichen der Zweiten Bundesliga. Falls wir es schaffen, wollen wir das Abenteuer auch gerne eingehen. Ob wir dann dort auch bestehen können und werden, ist ein anderes Kapitel.

„Never change a winning team“, heißt es so schön! Doch muss sich Isaria Unterföhring für die neue Saison auf der einen oder anderen Position verstärken?

Georg Daimer: Nein, da steckt noch genügend Potential in unserer Jugend, da haben unsere Trainer noch einige Edelsteinrohlinge zu bearbeiten - ich wünsch mir dass die dann auch irgendwann für Unterföhring im Glanz erstrahlen.

Andreas Walter: Wir werden von Haus aus kein Geld ausgeben. Wir wollen keine auswärtigen Ringer holen. Wir bleiben unserer Linie treu.






 

 
 
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