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Bayerns Kampfrichterchef Björn Goller schlägt Alarm Drucken

Stefan Günter    30.04.19

Ohne sie würde es keinen fairen Wettkampf geben. Sie leisten einen großartigen Job, gehen Wochenende für Wochenende an ihre Grenzen: Die Kampfrichter sind in sämtlichen Ligen unersetzlich. Doch Björn Goller, Kampfrichterreferent des Bayerischen Ringer-Verbandes, schlägt Alarm.

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Björn Goller will neue Kampfrichter gewinnen. Foto: Marion Stein


Im flächendeckend großen Freistaat Bayern gibt es zu wenige Mattenleiter. Seit zwei Jahren ist der Bamberger nun für die Fort- und Weiterbildung, aber besonders für die Ausbildung verantwortlich. Hinzu kommt noch die Einteilung in den Mannschaftskämpfen. Der Kampfrichterchef hat sich nun einmal genau die Entwicklung bei der Verfügbarkeit von Unparteiischen für Verbands- und Bezirksturniere sowie die Verfügbarkeit für die Mannschaftsrunden in den bayerischen Ligen in Ruhe angeschaut. Dabei stellte er einen stark rückläufigen Trend fest. In einem Schreiben, das er an sämtliche bayerischen Bezirke weitergeleitet hat, macht er deutlich, „dass es bei der Befüllung der Kampfrichtereinsätze in den bayerischen Ligen vermehrt zu Engpässen kommt. Leider ist von Seiten der Vereine bisher wenig an Feedback zurückgekommen“, betont Goller. Es bestehe dringender Handlungsbedarf. Deshalb macht er schon jetzt auf folgende Konsequenzen aufmerksam, die eintreffen können: Die Kämpfe in der Gruppenliga und Gruppenoberliga sind nicht mehr mit Kampfrichtern durchführbar. Folglich sind dann Trainer angehalten, die Duelle selbst zu leiten. Da die Anzahl der Turniere in den jeweiligen Bezirken zu hoch ist, kann auch nicht mehr die Masse an Schiedsrichtern geschickt werden. Goller regt hier an, die Turniere nicht jedes Jahr stattfinden zu lassen, was sicherlich die Vereine aufschreien lässt. Denn Turniere sorgen für Einnahmen.

Björn Goller ist nicht nur Kampfrichterreferent in Bayern, er gehört auch dem Prüfungsausschuss des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) an. Die Sorgen hört der Oberfranke nicht nur in Bayern. Doch er selbst will nun versuchen, neue Kampfrichter für den Ringkampfsport zu bekommen. Vom 2. bis 4. August ist ein Lehrgang in der Sportschule Oberhaching angesetzt. Schwerpunkte sind die Regelkunde „Theorie“ und „Praxis“ auf der Matte. Selbst altgediente und erfahrene Kampfrichter möchte der Bamberger hier einbinden, sie auf den neuen Regelstand bringen, um sie für einen möglichen Posten als Kampfrichterbeobachter gewinnen zu können. Aber auch neue Mattenleiter sind hier natürlich herzlich willkommen.

Nichtsdestotrotz will Goller mit der Zeit gehen. Ab Mai wird er bereits regelmäßige Online-Schulungen mittels Skype anbieten. „Weil Bayern von der Fläche her einfach zu groß ist, halte ich es für sehr sinnvoll und eine gute Möglichkeit, hier Kurzschulungen in Kleingruppen abzuhalten.“

 
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