Home » Archive 2014 » Ringen kompakt - Meldungen im November
Ringen kompakt - Meldungen im November Drucken

Stefan Günter    12.11.14
alt

 

Auf den vorletzten Rang abgerutscht

Der AC Lichtenfels hat in der Ersten Bundesliga-Nord mit den Siegen über TV Aachen-Walheim und KAV Mansfelder Land seine Pflichtaufgaben in der Vorrunde erfüllt. Die Oberfranken erreichten zur Halbzeit zwei Siege und vier Niederlagen, was erst einmal der fünfte Tabellenplatz bedeutete. Allerdings blieb die gewünschte Zugabe gegen den Dauerrivalen Luckenwalde aus. Die Korbstädter mussten das Duell ohne ihre Polen Patryk Dublinkowski und Mateusz Filipczak bestreiten. Ihr Fernbleiben brach ihnen buchstäblich das Genick. Beide Ringer standen im Dienst der Nationalmannschaft bei der U23-Meisterschaft. Gegen Luckenwalde musste sich der ACL mit 8:16 geschlagen geben. Der Abwärtstrend setzte sich auch gleich mit Beginn der Rückrunde fort. Keine Chance hatte Lichtenfels bei seinem Heimkampf gegen Mainz (4:24) und das Duell gegen KAV Mansfelder Land ging ebenfalls knapp mit 10:14 verloren. Der einzige bayerische Bundesligist liegt auf dem vorletzten Rang. Nur Schlusslicht Aachen-Walheim ist mit Null Punkten noch schlechter.

 

 

 

Ligastärke falsch eingeschätzt

Für den SV Wacker Burghausen steht ein direkter Wiederaufstieg in die erste Bundesliga definitiv nicht nur Debatte. Das betonte Jürgen Löblein, Abteilungsleiter bei der Jahreshauptversammlung der Wacker-Ringer. In seinem Rechenschaftsbericht betonte Löblein, dass man sich bei der Kaderzusammenstellung verstärkt auf ansässige und einheimische Ringer konzentriert habe. Darüber hinaus habe man vor der Saison die tatsächliche Stärke in der Südstaffel falsch eingeschätzt und mehrere ausländische Ringer weiterverpflichtet, heißt es auf der offiziellen Homepage. Der Burghauser Kader müsse im Vergleich zum Ligadurchschnitt als zu stark angesehen werden. Im Zuge der Neuorganisation wurden bei den Neuwahlen die weiteren Weichen für die Zukunft gestellt. Jürgen Löblein bleibt in verantwortungsvoller Position des Abteilungsleiters. Neu im Team sind Andreas Maier, Anton Losowik, Franz Wuchterl, Florian Mayerhofer, Hans Mühltaler und Stefan Riedhofer.

 

Ringerchef Jürgen Löblein (links im Bild) und sein Team. Foto: SV Wacker Burghausen

 

Tolle Kämpfe – tolle Stimmung

Weiterhin eine feste Größe im Terminplaner des Bayerischen Ringer-Verbandes ist das Neuberger-Turnier. Auch bei der 23. Auflage standen die Nachwuchsathleten wieder im Vordergrund. Wer die Stimmung in der Halle an diesem „Spätsommertag Mitte Oktober“ miterleben durfte, „hat der verpassten Fahrt mit der Familie in die sonnigen Berge keine einzige Träne nachgeweint“, so ein begeistertes Ringerelternpaar.  98 Sportlerinnen und Sportler von der E bis C-Jugend aus Oberbayern, Schwaben und Thüringen waren der Einladung gefolgt.

Der Bezirksvorsitzende Albert Föstl ließ es sich im kleinen Kreise nicht nehmen, den Verantwortlichen des ESV München Ost für die gute Durchführung der Veranstaltung zu danken. In der inoffiziellen Vereinswertung belegte der Gastgeber den ersten Rang. „Als gute Gastgeber nehmen wir natürlich nicht an der Vereinswertung teil“, schmunzelten die beiden Hauptverantwortlichen Abteilungsleiter Franz Mörtl und Turniersprecher Martin Brand. Gewinner der offiziellen Vereinswertung war der TSV Kottern, vor dem SC Isaria Unterföhring und SV Siegfried Hallbergmoos.

 

Werben fürs Frauenringen

Die Mitglieder des bayerischen Frauenkaders haben Werbung für ihr Ringen betrieben. Im Rahmen des Lokalderbys zwischen dem TSV Berchtesgaden und dem SC Anger II begeisterten die weiblichen Ringer mehr als 500 Zuschauer in der voll besetzten Halle. BRV-Frauenreferentin Raissa Sharipova hatte in Zusammenarbeit mit Landestrainer Rudi Gebhardt, Kampfrichter Mustafa Durak und Peter Amann vereinbart, die Ausscheidungskämpfe um die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Neuss (NRW) in der Marktgemeinde durchzuführen. Die Kaderringerinnen nutzten diese Chance, das weibliche Ringen präsenter zu gestalten. Viele Zuschauer konnten das Frauenringen erstmals „live“ erleben. Alles was Rang und Namen in Bayern hat, nahm die Reise auf sich. Selbst die amtierende  Welt- und Europameisterin der Junioren, Nicole Amann, und die mehrmalige Junioren-Europameisterin Katharina Baumgartner mussten nicht überredet werden.

 

Die bayerischen Ringerinnen in der voll besetzten Berchtesgadener Sporthalle. Foto: BRV

 

Debüt in den USA

Es war seine erste Militär-Weltmeisterschaft und die bleibt einem natürlich gerne in bester Erinnerung: BRV-Kampfrichterchef Andrea Sauer hat jüngst bei diesem sportlichen Highlight in New Jersey (USA) als Mattenleiter teilgenommen. Insgesamt dauerte die WM vier Tage. Insgesamt zehn bis fünfzehn Einsätze pro Tag hatte Sauer. Dabei leitete er mehrere Finalkämpfe und wurde sogar als Mattenpräsident eingesetzt. Von Lampenfieber überhaupt keine Spur, bestätigte der Soldat von Kampf zu Kampf seine Leistung. „Man darf sich das jetzt nicht wie bei einer normalen WM vorstellen. Wir hatten ja keine richtigen Zuschauer“, beschreibt er die sportliche Veranstaltung auf dem Militärgelände. Zu 90 Prozent waren alle Beteiligten eben Soldaten. Für Sauer lief diese WM entspannt ab. „Natürlich wurde gejubelt, aber die großartige Stimmung kam jetzt nicht auf“, schildert er seine Eindrücke. Dabei war er als einziger deutscher Kampfrichter vertreten. Außer der Halle habe Sauer nicht viel gesehen. Als Highlight könne man den Besuch des Schlachtschiffes in New Jersey betrachten. „Spaß hat es auf jeden Fall gemacht“, durfte sich Andreas Sauer für weitere internationale Aufgaben mit Sicherheit empfehlen.

 

 
Copyright © 2010 BRV. Alle Rechte vorbehalten.